Willkommen im Kunstatelier Morpheo – wo Farben Geschichten erzählen, Kreativität Herzen verbindet und jeder Besuch ein kleines Wunder bereithält.
Magisches Journal von Morpheo

Willkommen im Blog des Kunstateliers Morpheo
Farben. Fantasie. Humor. Inspiration. Schön, dass Du da bist!
Ein paar Gedanken aus dem Kunstatelier Morpheo
Manchmal frage ich mich wirklich, in welcher Welt wir eigentlich leben. Die Nachrichten überschlagen sich, Krisen und Konflikte gehören beinahe zum täglichen Frühstücksprogramm, und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es junge Menschen, die offenbar nichts Besseres zu tun haben, als eine legitime friedliche Gen Z-Demonstration zu stören, wahllos fremdes Eigentum zu zerstören, zu stehlen und ihre fragwürdigen Heldentaten anschliessend stolz im Internet zu präsentieren.
Da frage ich mich schon: War die Jugend früher auch so? Oder werde ich im fortgeschrittenen Alter einfach zunehmend empfindlich gegenüber Dummheit, Rücksichtslosigkeit und fehlendem Anstand?
Eines möchte ich allerdings klarstellen: Die Gen Z hat jedes Recht, ihre Anliegen zu vertreten, Missstände anzuprangern und Veränderungen einzufordern. Eine Gesellschaft braucht junge Menschen, die unbequem sind, Fragen stellen und sich nicht mit allem abfinden. Aber eine legitime Willenskundgebung wird zur Farce, wenn einige Chaoten sie als Freipass für Diebstahl, Gewalt und Zerstörungswut missbrauchen.
Mein Rat an die Jugend: Verkündet eure Botschaften, steht zu euren Überzeugungen und fordert Veränderungen. Vergesst dabei aber eines nicht: Wer Forderungen stellt, sollte auch bereit sein, über Lösungen nachzudenken und selbst Verantwortung zu übernehmen.
Und an die besonders energiegeladenen Zerstörungskünstler hätte ich einen ganz persönlichen Vorschlag: Tobt euch an einem Boxsack aus! Noch besser: Sucht euch eine körperlich anspruchsvolle Beschäftigung. Kein Job? Dann meldet euch für eine freiwillige Waldaufräumaktion, helft auf dem Bau oder packt irgendwo mit an, wo kräftige Hände gebraucht werden. Das trainiert nicht nur Muskeln, sondern möglicherweise auch Charakter und Durchhaltevermögen.
Und bitte: Verliert niemals den Respekt vor anderen Menschen. Ob Eltern, Lehrpersonen, Polizisten oder völlig fremde Passanten – jeder Mensch verdient Achtung. Und das gilt selbstverständlich für jedes Lebewesen.
Was mich allerdings noch viel mehr beschäftigt, sind die Fragen dahinter: Was hat euch so rücksichtslos werden lassen? Fehlte gemeinsame Zeit mit den Eltern? Hat das Internet irgendwann das echte Leben ersetzt? Ist die Fähigkeit verloren gegangen, sich selbst sinnvolle Beschäftigungen zu suchen, Bücher zu lesen, Zusammenhänge zu recherchieren oder einfach einmal neugierig in ein Schulbuch zu schauen?
Wo seht ihr euch in fünf, zehn oder zwanzig Jahren? Wer ist für euer Wohlergehen verantwortlich? Was tut ihr selbst dafür? Welche Werte sind euch wichtig? Und was möchtet ihr dieser Welt hinterlassen?
Ich habe übrigens eine ziemlich friedliche Alternative für überschüssige Energie: Kommt ins Kunstatelier Morpheo!
Beim Acrylic Pouring könnt ihr Farben mischen, klecksen, experimentieren und eurer Kreativität freien Lauf lassen. Keine Angst, hier darf es durchaus wild zugehen. Nur fremdes Eigentum bleibt heil!
Für besonders temperamentvolle Nachwuchskünstler führe ich sogar einen persönlichen Anti-Chaotismus-Sonderpreis ein.
Und noch etwas: Wenn euch jemand zuhören soll, ohne euch gleich zu verurteilen, dann kommt vorbei. Ich nehme mir gerne Zeit für ein Gespräch. Ohne erhobenen Zeigefinger, ohne vorgefertigte Urteile und ohne Moralpredigt.
Denn vielleicht fehlt es unserer Gesellschaft nicht an lauten Stimmen, sondern vielmehr an Menschen, die einander wieder zuhören.
Morpheo – Wo Träume Farbe finden. Und hoffentlich auch gegenseitigen Respekt und ein bisschen Vernunft!

🎨 Zwischen Kalenderbildern, Buchabenteuern und kreativen Geistesblitzen – eine Woche im Kunstatelier Morpheo
Was für eine Woche im Kunstatelier Morpheo in Rorschach! Wer glaubt, dass ein Künstler gemütlich vor seiner Leinwand sitzt und darauf wartet, dass ihn die Muse küsst, sollte einmal einen Blick hinter die Kulissen unseres Ateliers werfen. Dort geht es nämlich manchmal zu wie in einer Mischung aus Kunstgalerie, Ideenfabrik und einem Zirkus, bei dem der Zirkusdirektor seine eigenen Gedanken kaum noch eingefangen bekommt!
Rückblick: Die Kalenderbilder sind los!
Am Dienstag, 27. Oktober, begann im Kunstatelier Morpheo die Ausstellung mit den ausgewählten Kalendermotiven. Viele farbenfrohe Bildideen standen zur Auswahl – und damit vor Morpheo die beinahe unlösbare Aufgabe, aus dieser bunten Vielfalt die rund 50 schönsten Motive für den geplanten Kalender zusammenzustellen.
Bei der tagelangen Vorauswahl hat Chromatius, unser frecher kleiner Pinselgeist, das Ganze natürlich mit Argusaugen beobachtet. Schliesslich weiss er genau, dass Morpheo bei wichtigen Entscheidungen gerne noch einmal alles überdenkt, verwirft, neu betrachtet und sich fragt, ob das eine Bild nicht vielleicht doch noch ein bisschen besser geeignet wäre als das andere.
Künstlerische Entscheidungen sind eben kein Spaziergang!
Nun können die Besucher die ausgestellten Motive in aller Ruhe betrachten und ihre persönlichen Favoriten entdecken. Denn welches Bild am Ende in einen Kalender gehört, ist bekanntlich auch eine Frage des Geschmacks. Was den einen begeistert, lässt den anderen kalt – und genau diese Vielfalt macht Kunst so spannend.
Die ausgewählten Lieblingsmotive sollen schliesslich den Weg in einen Kalender für 2027 finden. Dafür müssen die Bilder nicht nur gefallen, sondern auch technisch für den Druck geeignet sein. So beschäftigte sich Morpheo in diesen Tagen ebenfalls mit der Frage, wie sich seine Acrylic-Pouring-Kunstwerke in ausreichender Auflösung fotografieren lassen, damit die feinen Farbverläufe und faszinierenden Strukturen möglichst gut zur Geltung kommen.
Man sieht: Hinter einem gedruckten Kalender steckt deutlich mehr Arbeit, als man zunächst vermuten würde!
Und dann wäre da noch Morpheos literarisches Abenteuer …
Während die Kalenderbilder Aufmerksamkeit verlangen, wartet bereits das nächste Abenteuer auf Morpheo: das neueste Buch von Danaë Moser!
Einige Kapitel hat er bereits zu Hause gelesen, und seither scheint die Vorfreude auf das Weiterlesen beträchtlich zu sein.
So sehr, dass er sich nach dem freien Wochenende sehnt, an dem er sich endlich wieder in die Geschichte vertiefen kann.
Chromatius hingegen hat dafür nur begrenzt Verständnis. Schliesslich könnte Morpheo seine freie Zeit doch auch damit verbringen, über neue Ideen für das Atelier nachzudenken! Dass ein Buch manchmal spannender sein kann als die eigene Ideenwerkstatt, ist für unseren kleinen Pinselgeist eine schwer verdauliche Erkenntnis.
Aber wir wollen gerecht bleiben: Auch ein kreativer Kopf braucht gelegentlich eine Pause. Und wer weiss, vielleicht springt beim Lesen sogar der eine oder andere neue Geistesblitz heraus.
Infolge von technischen Problemen konnte Morpheo am Mittwoch seinen Reel leider nicht hochladen, selbst die vielen gutgemeinten Tipps unseres altklugen Chromatius halfen nicht weiter. Sobald Morpheo ein technisch versiertes Wunderkind gefunden hat, wird der Upload nachgeholt.
Ausblick: Der November darf Farbe bekennen!
In der kommenden Woche vom 2. bis 7. November bleibt die Ausstellung der Kalendermotive ein wichtiger Anziehungspunkt im Atelier. Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte, die Bilder anzusehen, ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen und seine persönlichen Favoriten zu entdecken.
Gleichzeitig möchten wir den November nutzen, um die kreative Seite des Kunstateliers weiter mit Leben zu füllen. Acrylic Pouring bleibt eine wunderbare Möglichkeit, ohne komplizierte Vorkenntnisse eigene Kunstwerke entstehen zu lassen. Vielleicht bekommt Morpheo ja schon bald wieder Lust, selbst ein grosses Bild in seinen geliebten Regenbogenfarben zu giessen.
Auch das Künstlerkafi freut sich auf Besucher, Gespräche und gemütliche Momente. Denn das Morpheo soll nicht bloss ein Ort sein, an dem man Kunst betrachtet oder einkauft. Es soll ein Begegnungsort sein, an dem Menschen willkommen sind, sich austauschen und für eine Weile den Alltag vergessen dürfen.
Unsere Einladung: Kommt vorbei, entdeckt die Kalendermotive, stöbert durch das vielseitige Angebot und geniesst einen Kaffee in angenehmer Gesellschaft.
Wir freuen uns auf viele neugierige Besucher, neue Begegnungen und eine Novemberwoche voller Farben, Ideen und kleiner Überraschungen!
🍲 HEISS, HERZHAFT, HIMMLISCH GUT! – Gulasch-Wochenende im Morpheo! 🍲
Draussen wird es kühler, die Tage werden kürzer – und im Kunstatelier Morpheo wird wieder der Kochlöffel geschwungen! 😋
Am kommenden Freitag und Samstag, 6. und 7. November, wird es bei uns richtig lecker: Morpheo kocht feines, herzhaftes Gulasch!
Stellt euch vor: ein dampfendes, würziges Gulasch, das von innen wärmt, den Magen glücklich macht und für einen Moment vergessen lässt, dass der November draussen sein graues Gesicht zeigt. ❤️
Ob ihr euch bei uns im gemütlichen Künstlerkafi eine genussvolle Pause gönnt oder euch eine Portion mit nach Hause nehmt – bei diesem Angebot läuft einem schon beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen!
🥘 Lust auf Gulasch? Dann reserviert eure Portion am besten gleich vor!
Wir bevorzugen Vorbestellungen, damit wir besser planen können und möglichst niemand hungrig nach Hause gehen muss. Natürlich könnt ihr auch spontan vorbeischauen, solange es noch etwas im Topf hat!
🥡 Gulasch gibt es auch zum Mitnehmen! Ideal für alle, die sich zu Hause eine feine Mahlzeit gönnen möchten, ohne selbst am Herd stehen zu müssen.
📍 Kunstatelier Morpheo, Hauptstrasse 48, 9400 Rorschach
🕰️ Freitag: 11.00–17.30 Uhr
🕰️ Samstag: 11.00–16.00 Uhr
📩 Meldet euch am besten frühzeitig mit der gewünschten Anzahl Portionen und dem Abholtag.
Unser Motto fürs kommende Wochenende: Kunst für die Augen, Gulasch für den Magen und Herzlichkeit fürs Gemüt! ❤️
Wir freuen uns auf euch – und auf zwei genussvolle Tage im Morpheo!
Kunstatelier Morpheo – Wo Kunst Menschen verbindet.

Chromatius schlägt zurück – Ein Wochenende undercover im Dienste der Literatur!
Jaaaaaaa, ich weiss! Ich hätte mich eigentlich schon gestern melden sollen. Aber glaubt mir, ich hatte WICHTIGERE Dinge zu erledigen! Zum Beispiel mich über Morpheo zu ärgern. Und zwar gründlich!
Was ist passiert? Unser werter Atelierchef zählt neuerdings nicht mehr die Stunden bis zum Feierabend, sondern die Stunden bis zum Wochenende. Und warum? Weil er sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich den ersten Entwurf von Danaë Mosers neuestem Buchentwurf weiterlesen zu können!
HALLOOOOO?! Gibt es hier eigentlich noch andere Lebewesen, die seine Aufmerksamkeit verdienen? Beispielsweise einen gewissen, äusserst charmanten Farbgeist mit jahrhundertealter Lebenserfahrung?
Die ersten Kapitel hat Morpheo bereits zu Hause verschlungen. Am nächsten Morgen erschien er dann im Kunstatelier mit einem Dauergrinsen, das von einem Ohr bis zum anderen reichte. Er war derart abwesend, dass ich ernsthaft überlegte, ob er noch unter uns weilt oder bereits vollständig in die Welt der Buchfiguren ausgewandert ist.
Nur wenn Kundschaft hereinkam, funktionierte er vorübergehend wieder wie ein normaler Mensch. Kaffee servieren, beraten, kassieren – alles bestens. Aber sobald die Tür hinter dem letzten Gast zufiel, wanderte sein Blick wieder in irgendwelche literarischen Parallelwelten.
Und ich? Ich bekam kaum ein müdes Lächeln ab! Pah! Eine bodenlose Frechheit!
Dabei hätte ich mich Danaë höchstpersönlich als Lektor, Schreibberater und literarischer Qualitätskontrolleur der Extraklasse angeboten. Ich hätte ihr mit meiner jahrhundertelangen Erfahrung wertvolle Hinweise geben können. Dramaturgie, Spannung, Charakterentwicklung, magische Wendungen – alles mein Spezialgebiet!
Doch was macht diese Danaë? Sie lehnt mein Angebot glattweg ab! Und als wäre das nicht schon schlimm genug, verbietet sie mir auch noch, im Manuskript zu schmökern.
Ihre Begründung: Das neue Werk sei ausschliesslich für Erwachsene!
Hallllllllllooooo?!?
Hat diese Frau eigentlich vergessen, dass ich zwar gelegentlich den Verstand eines frechen Lausbuben an den Tag lege, aber durchaus schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel habe? Ich bin ein erfahrener Farbgeist! Ich habe mehr Geschichten erlebt, als Morpheo Kaffees gekocht hat!
Aber gut. Wenn man mich nicht offiziell als Lektor beschäftigen möchte, muss ich eben zu unkonventionellen Methoden greifen.
Mein Plan steht!
Heute bei Ladenschluss werde ich mich unauffällig in Morpheos Jackentasche einnisten. Keine Sorge, ich bin klein, ausgesprochen beweglich und verursache höchstens ein bisschen Kitzeln in der Gegend der linken Brusttasche.
Dann geht's ab nach Wald/AR, wo ich das gesamte Wochenende verbringen werde.
Und morgen? Da werde ich mich heimlich ans Manuskript schleichen, jedes Kapitel aufmerksam studieren und meinen Senf dazugeben. Ob Danaë das nun gefällt oder nicht!
Vielleicht entdecke ich sogar einen Schreibfehler. Oder eine Figur, die dringend einen guten Rat braucht. Oder eine Stelle, an der unbedingt ein kleiner Farbgeist eingebaut werden müsste.
Man wird ja wohl noch träumen dürfen!
Ich wünsche Euch allen ein wunderbar erholsames, spannendes und vielleicht sogar ein bisschen geheimnisvolles Wochenende!
Und falls Ihr am Sonntag irgendwo in Wald/AR ein verdächtiges Kichern aus Morpheos Wohnzimmer hört: Keine Panik! Das ist nur der Literaturkritiker Chromatius bei der Arbeit.
Psssst! Und Danaë: Ich weiss, wo Du Dein Manuskript versteckst! 😈
Euer Chromatius
Pinselgeist, Wochenend-Schwarzfahrer und künftig vermutlich unfreiwilliger Bestseller-Lektor
Ein märchenhafter Besuch im Kunstatelier Morpheo
Also, ich sage euch: Manchmal braucht selbst ein gestandener Farbgeist wie ich eine gehörige Portion Zeit, um die Gedanken eines gewissen Atelierbesitzers zu verdauen! Seit Morpheo mir seine Vision von der Zukunft unserer Erde erzählt hat, brummt mir der Kopf. Und das will bei meinem ohnehin schon farbintensiven Innenleben etwas heissen!
«Morpheo», fragte ich ihn neulich, «besteht denn wirklich gar keine Möglichkeit, dass die Menschheit endlich zur Vernunft kommt? Muss es denn gleich so drastisch werden? Eine unbekannte Krankheit, die ganze Generationen auslöscht, und dazu der Verlust von Strom, Internet und all unseren technischen Errungenschaften? Kann die Welt nicht auch ohne dieses gewaltige Chaos wieder Frieden finden?»
Morpheo sah mich traurig an. «Ach, Chromatius. Die Menschheit hatte ihre Chancen. Sogar mehrere. Doch solange die Egomanie Einzelner und ihr ungebremster Machthunger immer grössere Kreise ziehen, versinkt unsere Welt zusehends im Chaos. Ich wünschte, es wäre anders.»
Da musste ich erst einmal tief seufzen. Dann straffte ich meine kleinen Schultern, rückte meinen imaginären Farbgeistsitz zurecht und fasste einen Entschluss.
«Nun denn! Wenn das Chaos irgendwann überstanden ist und dein angekündigtes Zeitalter der Wunder beginnt, dann will ich wenigstens vorbereitet sein! Du hast doch gesagt, dass sich jeder seine Wünsche erfüllen kann?»
Morpheo nickte. «Ja, Chromatius. Jeder darf für sich selbst wünschen, was er haben möchte. Aber niemand kann einem anderen etwas wünschen – weder Gutes noch Böses.»
Hui! Da ging in meinem Köpfchen ein ganzes Feuerwerk los!
«Also gut! Erstens wünsche ich mir, dass Morpheo gaaaanz viel Zeit für mich hat und mir stundenlang zuhört. Zweitens eine Riesenportion Lasagne und anschliessend Kuchen. Gaaaaanz viel Kuchen!»
Morpheo grinste. «Du könntest dir auch einfach eine Portion wünschen und später nachbestellen, wenn du noch Hunger hast.»
Papperlapapp! Immer diese vernünftigen Einwände!
«Drittens wünsche ich mir, dass alle Lebewesen auf unserer Erde frei leben dürfen, genügend zu essen haben und ein trockenes, warmes Zuhause finden. Viertens möchte ich heute ganz allein ein riesiges Acrylic-Pouring-Bild in meinen liebsten Regenbogenfarben giessen. Fünftens brauche ich dringend einen neuen, edlen Umhang in schillernden, changierenden Farbtönen. Man muss schliesslich auch nach dem Weltuntergang standesgemäss auftreten!»
Ich geriet allmählich in Fahrt.
«Und natürlich wünsche ich mir ganz viele nette Besucher im Kunstatelier Morpheo! Wenn ich draussen bin, soll die Sonne mich wärmen. Bin ich jedoch drinnen, dann darf es regnen und stürmen, wenn Mutter Natur das braucht, während ich gemütlich am prasselnden Kaminfeuer sitze. Oh! Und ein Cheminée im Atelier wäre auch nicht schlecht!»
«Und ausserdem … und dann noch … und überhaupt …!»
Plötzlich musste ich so heftig schnaufen, dass meine Pinselhaare flatterten.
Morpheo hob beschwichtigend die Hand. «Ganz ruhig, Chromatius! Tief durchatmen. Du hast doch alle Zeit der Welt, um Wunsch um Wunsch zu formulieren.»
Da hatte er natürlich recht.
Und während ich mich erst einmal von meinem eigenen Wunschfeuerwerk erholte, kam mir ein letzter Gedanke:
Vielleicht sollten wir nicht erst auf das Zeitalter der Wunder warten, um mit dem Wünschen anzufangen. Vielleicht könnten wir schon heute damit beginnen, uns eine friedlichere, gerechtere und liebevollere Welt vorzustellen – und gemeinsam etwas dafür zu tun?
Aber das mit dem Kuchen, liebe Leute, das würde ich vorsichtshalber trotzdem schon einmal auf meine Wunschliste setzen!
Euer leicht überhitzter, aber hoffnungsvoll gestimmter
Chromatius, der Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo

Nachtrag: Der Künstler und die berüchtigte Aufschieberitis...
Eines weiss ich allerdings ganz genau: Sollte Morpheo heute einen einzigen Wunsch frei haben, würde er sich vermutlich wünschen, sich in einem Mauseloch verkriechen und beide Ohren fest zuhalten zu können. Warum? Damit er endlich nicht mehr darüber nachdenken muss, welche seiner Bilder er für die morgige Ausstellung auswählen soll!
Ja, ihr habt richtig gelesen: MORGEN beginnt die Ausstellung – und HEUTE beschäftigt sich der werte Herr Künstler mit der Vorauswahl seiner Bilder!
Ich meine, hallo?! Andere Leute hängen ihre Bilder auf, wenn die Ausstellung beginnt. Morpheo hingegen scheint der Ansicht zu sein, dass die künstlerische Entscheidungsfindung erst dann ihre volle Blüte entfaltet, wenn einem die Zeit bereits bedrohlich im Nacken sitzt.
Aber was soll ich sagen? Auch der edelste Künstler hat seine kleinen Schwächen. Manche sammeln Briefmarken, andere verlieren ihre Schlüssel. Und Morpheo? Der pflegt eine ganz besonders innige Beziehung zur Aufschieberitis.
Vielleicht sollte ich ihm einfach ein neues Wunschrecht schenken: die Fähigkeit, Entscheidungen mindestens 24 Stunden früher zu treffen!
Ob dieser Wunsch allerdings in Erfüllung geht? Da habe ich selbst im Zeitalter der Wunder meine leisen Zweifel …
Euer leicht kopfschüttelnder Chromatius 🎨

🌶️ Von feurigem Chili zu farbenprächtigen Kalenderträumen! 🎨
Eine Woche voller Genuss, Begegnungen und neuer Ideen im Kunstatelier Morpheo
Was für eine Woche! Wenn mir jemand erzählt hätte, dass eine einzige grosse Pfanne Chili con Carne mein Kunstatelier derart zum Brodeln bringen würde, hätte ich vermutlich gelächelt und ihm einen Pinsel in die Hand gedrückt. Doch manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten eben nicht mit Acrylfarben, sondern mit Bohnen, Gewürzen und einer ordentlichen Portion Leidenschaft!
In den vergangenen Tagen wurde im Kunstatelier Morpheo nicht nur über Farben, Formen und kreative Möglichkeiten philosophiert, sondern auch tüchtig geschlemmt. Morpheo schwang den Kochlöffel und zauberte ein herrlich duftendes Chili con Carne, das bereits vor seiner Vollendung zahlreiche hungrige Fans gefunden hatte.
Die Vorbestellungen trudelten ein, die Vorfreude stieg und meine Güte, dieser Duft! Ich – Chromatius - musste mich ernsthaft zusammenreissen, nicht höchstpersönlich eine Qualitätskontrolle nach der anderen durchzuführen. Schliesslich kann man von einem Künstlergeist nicht erwarten, dass er angesichts einer solchen Versuchung einfach unsichtbar auf seinem Regal sitzen bleibt!
Doch hinter dem kulinarischen Erfolg steckt etwas, das mich noch viel mehr begeistert: Menschen kommen zusammen, plaudern, lachen, geniessen und nehmen sich Zeit füreinander. Genau das soll Morpheo sein: ein Ort, an dem nicht nur Kunstwerke entstehen, sondern auch Begegnungen, Freundschaften und kleine Glücksmomente. Ein Künstlerkafi mit Herz, Seele und gelegentlich einer ziemlich gefährlich dampfenden Pfanne!
Und jetzt wird es wieder bunt – und zwar richtig!
Die kommende Woche steht ganz im Zeichen unserer Ausstellung der Kalendermotive im Kunstatelier Morpheo!
Rund fünfzig unterschiedliche Bildmotive warten darauf, von euch entdeckt und bestaunt zu werden. Farbenprächtige Impressionen, überraschende Perspektiven und kleine visuelle Traumwelten buhlen um eure Aufmerksamkeit. Doch diesmal bin nicht allein ich derjenige, der entscheidet, welche Bilder glänzen dürfen!
Ihr seid gefragt! Schaut euch die Motive in aller Ruhe an, lasst die Bilder auf euch wirken und verratet mir, welche euch besonders berühren, zum Schmunzeln bringen oder einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Denn aus euren Favoriten sollen die zwölf Kalenderbilder für den Morpheo-Kalender 2027 ausgewählt werden. Eine spannende Aufgabe, bei der eure Meinung zählt!
Vielleicht entdeckt ihr dabei ein Motiv, das euch sofort verzaubert. Vielleicht entbrennt sogar eine kleine Diskussion darüber, welches Bild unbedingt in den Kalender gehört. Wunderbar! Kunst darf schliesslich Gefühle wecken, Gespräche auslösen und Menschen verbinden.
Ich freue mich zusammen mit Morpheo riesig auf euren Besuch, eure Reaktionen und eure persönlichen Favoriten!
Ob ihr wegen der Bilder kommt, einen Kaffee geniessen, euch mit anderen austauschen oder einfach ein wenig Morpheo-Luft schnuppern möchtet: Ihr seid herzlich willkommen.
Im Kunstatelier Morpheo gibt es viel zu entdecken – und manchmal sogar etwas Feines im Topf!
Ich wünsche euch eine Woche voller Farben, Genuss, Inspiration und überraschender Glücksmomente.
Euer Morpheo
Kunstatelier Morpheo – Wo Kunst Menschen verbindet.
🌶️ Chromatius und der Kampf um die Chili-Pfanne – oder: Wer zuerst kommt, frisst zuerst!
Liebe Freunde des guten Geschmacks, geschätzte Mitnascher und sonstige Kalorienverdränger!
Ich habe leider keine Zeit. Dringende Geschäfte! Äusserst wichtige Angelegenheiten! Eine kulinarische Staatskrise bahnt sich an! Morpheo hat eine riesige Pfanne voll frischgekochtem Chili con carne fabriziert, und ich muss unverzüglich meinen Beobachtungsposten beziehen.
Warum, fragt Ihr?
Weil ich Morpheo kenne! Der Mann ist Künstler, Alchemist, Gastgeber und Menschenfreund. Aber wenn es ums Portionieren geht, fehlt ihm manchmal der nötige Weitblick. Da stehen Vorbestellungen für heute und morgen an, und wenn er jedem Gast eine anständige Portion schöpft, könnte am Ende für mich nur noch ein trauriger Löffel Sauce mit einer einsamen Bohne übrig bleiben!
Das wäre eine Katastrophe. Eine Tragödie. Ein Fall für die internationale Chili-Schlichtungskommission!
Dabei muss ich zugeben, dass sich das Kunstatelier Morpheo prächtig entwickelt. Ursprünglich sollte hier hauptsächlich mit Acrylic Pouring gekleckert, gepinselt, experimentiert und Kunst erschaffen werden. Dazu Workshops, Ausstellungen und allerlei kreative Farbexplosionen.
Doch inzwischen ist aus diesem Kunsttempel immer mehr ein Begegnungsort geworden, an dem Menschen plaudern, lachen, Kaffee trinken und sich auch kulinarisch verwöhnen lassen können.
Und wisst Ihr was? Ich finde das grossartig!
Schliesslich braucht auch die Seele gelegentlich Nahrung. Und der Magen erst recht! Bei mir persönlich ist die Seele übrigens direkt mit dem Verdauungstrakt verbunden. Sobald irgendwo ein Deckel von einem Kochtopf gehoben wird, beginnt mein inneres Glückshormon Samba zu tanzen.
Natürlich habe ich Morpheo längst eine umfassende Speisekarte vorgeschlagen. Ein Sechs-Gang-Menü wäre doch das Mindeste! Vorspeise, Suppe, Zwischengang, Hauptgang, Käseplatte und Dessert. Bei besonders guter Laune könnte man noch einen siebten Gang einführen: Nachschlag!
Doch was macht dieser undankbare Gastgeber? Er lehnt meinen genialen Vorschlag glatt ab!
Lediglich bei den Virscvhlägen für Ghackets mit Hörnli und Apfelmus, feiner Bündner Gerstensuppe und seinem köstlichen Gulasch begann er plötzlich interessiert zu lauschen.
Na also! Geht doch!
Allerdings besteht Morpheo hartnäckig darauf, seine Gäste nach ihren kulinarischen Wünschen zu fragen. Er möchte wissen, worauf die Menschen Lust haben, und danach sein Angebot gestalten.
Unfassbar!
Wozu hat er denn mich? Ich bin schliesslich der wichtigste Degustationsonkel des gesamten Betriebs! Meine Geschmacksknospen sind von unschätzbarem Wert. Meine kulinarische Urteilskraft ist legendär. Und meine Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit eine Portion verschwinden zu lassen, verdient eigentlich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Aber gut. Wahre Genies werden bekanntlich selten zu Lebzeiten verstanden.
Jetzt muss ich los! Mein Beobachtungsposten hoch oben auf dem Gestell wartet. Von dort habe ich sowohl die Chili-Pfanne als auch den Pöschteler im Blick. Vielleicht bringt er mir endlich einen Brief von meiner lieben Chromatia. Man darf ja noch hoffen!
Bis dahin bewache ich die Vorräte. Rein wissenschaftlich natürlich. Schliesslich muss jemand kontrollieren, ob das Chili auch morgen noch geniessbar wäre. Mehrfaches Probieren ist dabei unerlässlich.
Und jetzt kommt die gute Nachricht für Euch:
Wer feines Chili con carne mag, darf gerne im Kunstatelier Morpheo vorbeischauen! Morpheo hat so viel gekocht, dass es locker für mich und Dich reicht. «Äs hett, solang’s hett»!
Also, liebe Leute: Kommt vorbei, geniesst etwas Feines und lasst uns gemeinsam das Leben feiern!
Ich wünsche Euch ein wunderbar gemütliches Wochenende mit viel Freude, herzlichen Begegnungen und stets einem vollen Teller.
Und falls Ihr mich sucht: Ich bin der kleine Farbgeist oben auf dem Gestell. Der mit dem verdächtig runden Bauch.
Euer Chromatius
Pinselgeist, Chili-Wachmann und ungekrönter König der Nachschlag-Kultur 🌶️😈

Zusammenfassung: Morpheos Vision – Die ersten Teile
Die Nacht, in der mir die Erde ihr Geheimnis zeigte
Eine Vision von Morpheo – 30. Oktober 2010
In jener geheimnisvollen Nacht zeigte mir die Erde Bilder einer Zukunft, in der verdorrende Landstriche und eine unbekannte Ursache den Beginn eines gewaltigen Wandels ankündigten. Geld, Strom, Internet, Handys und künstliche Intelligenz verschwanden. Was würde vom Menschen bleiben, wenn seine gewohnte Welt plötzlich verstummte?
Während die Städte ihre Bedeutung verloren und neuen, naturnahen Lebensformen Platz machten, standen die Alten vor einer aussergewöhnlichen Aufgabe: Sie sollten die nachfolgenden Generationen, darunter die geheimnisvollen Indigo- und Kristallkinder, in eine völlig neue Wirklichkeit begleiten.
Eine Welt ohne Besitzgier und Machtkämpfe nahm Gestalt an. Gedanken ersetzten weite Reisen, Telepathie überwand Sprachgrenzen und ein universelles Wissensnetz verband die Menschen. Wünsche schienen Wirklichkeit zu werden – fast wie im Schlaraffenland, wo das Tischlein sich selbst deckt.
Anstelle von Beton und Konkurrenz entstanden Gärten, individuelle Häuser, familiäre Gemeinschaften und ein Leben im Einklang mit der Natur. Krieg schien überflüssig, Frieden selbstverständlich.
Doch weshalb durfte ausgerechnet ich, Morpheo, einen Blick auf diese mögliche Zukunft werfen? War es eine Warnung, eine Hoffnung oder ein Auftrag, dessen wahre Bedeutung sich erst noch offenbaren muss?
🔮 Morpheos Nachtvision – Teil 6
Die Welt, die keinen Krieg mehr braucht
Am Ende meiner Vision wurde es still.
Nicht die unheimliche Stille vom Anfang.
Eine andere Stille.
Eine friedliche.
Ich sah Menschen in ihren Häusern.
Kleine Häuser.
Natürliche Häuser.
Dazu Gärten, Bäume, Blumen und Tiere.
Die Natur hatte ihr ursprüngliches Kleid weitgehend zurückerhalten.
Die Menschen arbeiteten nicht mehr endlos, nur um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Sie hatten Zeit.
Zeit für ihre Familien.
Zeit für Freunde.
Zeit für Gespräche.
Zeit für ihre Gärten.
Und vielleicht sogar Zeit, einfach einmal auf einer Bank zu sitzen und gar nichts zu tun.
Ich gebe zu: Dieser letzte Punkt gefällt mir besonders gut.
Denn wir Menschen haben manchmal eine erstaunliche Begabung dafür entwickelt, sogar unsere Freizeit zu verplanen.
In meiner Vision war das anders.
Das Leben war gemütlicher geworden.
Und gleichzeitig verschwand etwas, das unsere Geschichte über Jahrtausende begleitet hatte: der Kampf um Besitz und Macht.
Wenn niemand einem anderen etwas Wertvolles wegnehmen kann, weil die Dinge ihren bisherigen materiellen Wert verloren haben, gibt es keine Gründe mehr für Raub, Neid und Missgunst.
Wenn niemand durch Besitz Macht über andere ausüben kann, verliert Macht ihren Reiz.
Wenn niemand dem anderen etwas beweisen muss, verliert Konkurrenz ihre Bedeutung.
Und wenn Menschen nicht mehr ständig Angst haben müssen, zu wenig zu besitzen, entsteht vielleicht etwas, das wir heute nur schwer beschreiben können:
Genügsamkeit.
Frieden.
Vertrauen.
Auch Länder, wie wir sie heute kennen, verschwanden in meiner Vision.
Die Menschen lebten nicht mehr in streng voneinander getrennten politischen Einheiten.
Sprachbarrieren waren verschwunden.
Alle konnten sich miteinander verständigen.
Auch die Religionen veränderten sich grundlegend.
Nicht unbedingt deshalb, weil die Menschen plötzlich keine Spiritualität mehr hatten.
Im Gegenteil.
Ich sah eher eine Rückkehr zu einem gemeinsamen Urwissen über die Natur und ihre Gesetze.
Weniger Streit darüber, wer die einzig richtige Wahrheit besitzt.
Mehr Staunen darüber, dass überhaupt alles existiert.
Und wieder war da die Natur.
Sie versorgte die Menschen weitgehend.
Die Gärten dienten nicht mehr hauptsächlich dazu, das Überleben zu sichern.
Man pflegte sie aus Freude.
Man pflanzte Blumen, weil sie schön waren.
Man kümmerte sich um Tiere, weil man sie liebte.
Man sass unter einem Baum, weil man dort gerne sass.
Vielleicht ist das gar nicht so kompliziert.
Vielleicht besteht ein gutes Leben letztlich aus sehr einfachen Dingen.
Ein Zuhause.
Menschen, die einem wichtig sind.
Natur.
Gesundheit.
Frieden.
Zeit.
Und die Freiheit, man selbst zu sein.
Doch dann wurde mir in der Vision noch etwas Persönliches gezeigt.
Ich sah diese zukünftige Welt.
Eine Welt, die – wenn meine Vision überhaupt einen zeitlichen Rahmen hat – irgendwann um das Jahr 2323 herum einen grossen Wandel vollzogen haben sollte.
Und ich wusste: Ich selbst würde diese Zeit nicht mehr als lebender Mensch erleben.
Ich würde sie aus einer anderen, ausserirdischen Sphäre beobachten.
Dieser Gedanke war weder traurig noch beängstigend.
Er fühlte sich erstaunlich friedlich an.
Denn meine Vision gab mir etwas, das ich bis heute bewahrt habe: Hoffnung.
Sie sagte mir nicht, dass der Weg dorthin einfach werden würde.
Im Gegenteil.
Ich sah Chaos.
Leiden.
Verluste.
Umbrüche.
Und einen langen Wandel über ungefähr 200 bis 300 Jahre.
Aber ich sah auch etwas, das nach all diesem Wandel möglich sein könnte: Eine Menschheit, die gelernt hat, anders miteinander und mit der Erde zu leben.
Vielleicht ist meine Vision eine Zukunft.
Vielleicht ist sie ein Symbol.
Vielleicht ist sie einfach eine Botschaft meiner Seele.
Das weiss ich nicht.
Aber eines weiss ich: Wenn ich heute auf unsere Welt schaue, sehe ich manchmal tatsächlich schon kleine Hinweise darauf.
Menschen, die bewusster, wertfreier und dankbarer leben möchten.
Menschen, die die Natur schätzen und behutsam mit ihren Ressourcen umgehen.
Menschen, die teilen statt horten.
Menschen, die sich nach Frieden sehnen.
Menschen, die erkennen, dass ein gutes Leben nicht automatisch ein Leben mit möglichst viel Besitz ist.
Und vielleicht beginnt jeder grosse Wandel genau dort.
Nicht im Jahr 2323.
Nicht irgendwo weit entfernt.
Sondern bei einem einzelnen Menschen, der heute entscheidet: Ich möchte ein kleines Stück dieser friedlicheren Welt schon jetzt leben.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft meiner Nachtvision vom 30. Oktober 2010.
Nicht: „Wartet auf die Zukunft.“
Sondern: „Beginnt mit dem Frieden, den ihr euch für die Zukunft wünscht – heute.“
Und Chromatius?
Der sitzt natürlich immer noch auf seinem Regal.
Er behauptet, er habe mir schon 2010 gesagt, dass die Menschheit irgendwann zur Vernunft kommen werde.
Ich behaupte, er habe damals noch nicht einmal gewusst, wie man „Vernunft“ buchstabiert.
Aber vielleicht hatte der kleine Pinselgeist ja tatsächlich recht.
Manchmal brauchen grosse Veränderungen eben einen langen Atem.
Und manchmal einen kleinen Farbklecks zur Erinnerung daran, dass selbst eine sehr ernste Zukunftsgeschichte ein bisschen Humor verträgt.

Herbst-Blues im Kunstatelier Morpheo – zwischen grossen Träumen und kleinen Kaffeetassen
Ich bin grundsätzlich ein positiv eingestellter, lösungsorientierter Mensch. Einer, der lieber nach Möglichkeiten sucht, statt Probleme zu wälzen. Doch langsam, aber sicher schleicht sich auch bei mir der Herbst-Blues ein. Nicht wegen des grauen Wetters, sondern wegen der Kundschaft, die nur zögerlich ins Kunstatelier Morpheo tröpfelt.
Mit grosser Begeisterung wird gestöbert, gestaunt und gefragt. Doch am Ende bleibt es im besten Fall bei einer Tasse Kaffee. Nun ja, auch Kaffee ist flüssiges Gold – aber leider bezahlt man damit weder Miete noch Stromrechnung!
Dabei hatte ich im April 2026 bei der Eröffnung meines Geschäfts im renommierten Bruggerhaus in Rorschach so schöne Erwartungen. Menschen sollten hereinschneien, Kunst entdecken, Bilder kaufen, Kunstbedarf, alchemistische Kostbarkeiten oder esoterische Schätze mit nach Hause nehmen. Workshops sollten ausgebucht sein, Mädelsabende, Firmengaudis und Familienspass für Leben im Atelier sorgen.
Und tatsächlich: Ich kündige Workshops an, und viele finden die Idee grossartig. Besonders, weil man sogar online mitmachen kann. Ich organisiere einen Künstlertreff, eine Kreativpause und alchemistische Workshops. Die Begeisterung ist gross – zumindest in Worten.
Nur scheinen zwischen «Das ist ja toll!» und «Ich melde mich verbindlich an!» manchmal ganze Kontinente zu liegen.
Selbst meine Weisswurst mit Brezel, süssem Senf und alkoholfreiem Bier lockt kaum Menschen in die Arkade. Einzig Chromatius, mein verfressener Pinselgeist, zeigt sich von meinem kulinarischen Angebot nachhaltig beeindruckt. Da meine belegten Brote, Sandwiches und mein Birchermüesli häufiger in meinem eigenen Magen als bei zahlenden Gästen landeten, gibt es sie inzwischen nur noch auf Vorbestellung. Auch ein Künstler muss schliesslich wirtschaftlich denken!
Und dann frage ich mich gelegentlich: Betreibe ich diesen riesigen Aufwand wirklich für eine Stadt, die mein Angebot vielleicht gar nicht braucht? Der Gewerbeverein kassiert seinen Jahresbeitrag, doch die erhoffte gegenseitige Unterstützung unter den Gewerbetreibenden fühlt sich für mich bislang eher überschaubar bescheiden an.
Manchmal träume ich deshalb davon, meinen Lebenstraum einfach einzupacken und meinen Ruhestand im verschlafenen Wald AR zu geniessen. Ganz ohne Öffnungszeiten, Warenbestellungen und die bange Frage, ob heute jemand kommt.
Natürlich würden dann vermutlich manche bedauern: «Wie schade! So ein einzigartiger Begegnungsort!»
Ja, schade wäre es tatsächlich. Aber ein Geschäft kann nicht allein von Komplimenten leben. Es braucht Menschen, die nicht nur applaudieren, sondern auch einkaufen, teilnehmen und mithelfen, dass eine Idee weiterleben kann.
Und Hand aufs Herz: Erwarten wir heute nicht oft ein Vollsortiment wie im Internet, vergessen dabei aber, wie viel Platz, Geld und Zeit ein kleines Geschäft dafür investieren müsste? Und bestellen wir am Ende trotzdem lieber online, weil es bequemer ist?
Liest überhaupt jemand regelmässig meinen Blog? Falls ja, habe ich eine kulinarische Einladung für euch!
Am kommenden Freitag und Samstag gibt es im Kunstatelier Morpheo feines Chili con carne mit hausgemachtem Sauerteigbrot – auch zum Mitnehmen. Ich freue mich über jeden Besuch, jede Bestellung und jedes ehrliche Feedback.
Ab Dienstag, 27. Oktober, bis Samstag, 7. November 2026, könnt ihr ausserdem eine Auswahl möglicher Kalenderbilder bestaunen. Ihr entscheidet mit, welche zwölf Motive anschliessend den Kalender 2027 schmücken. Vorbestellungen sind willkommen!
Ich liebe es nach wie vor, für Menschen da zu sein, ihnen zuzuhören und ihnen etwas Besonderes anzubieten.
Darum gebe ich meinen Traum noch nicht auf. Aber vielleicht braucht er ein wenig Unterstützung von euch.
Kommt bitte vorbei, entdeckt meine kleine Verkaufswelt, kauft etwas Schönes oder verratet mir, was ihr gerne im Sortiment sehen würdet.
Denn ein Begegnungsort lebt nicht allein von schönen Ideen. Er lebt von Menschen, die ihn mit Leben füllen.
Und wer weiss: Vielleicht wird aus meinem Herbst-Blues mit eurer Hilfe schon bald wieder ein kunterbunter Morpheo-Frühling!

Chromatius und die menschliche Erbsenzählerei – oder: Warum Geldbeutel keine Herzen ersetzen!
Also wirklich, manchmal frage ich mich, ob Ihr Menschen eigentlich noch alle Tassen im Schrank habt! Und damit meine ich ausdrücklich nicht die kunstvoll bemalten Tassen im Kunstatelier Morpheo. Die sind nämlich völlig in Ordnung!
Aus meinem Pinselversteck bekomme ich so ziemlich alles mit, was sich im Atelier abspielt. Zugegeben: Ich lausche gelegentlich auch den vertraulichen Gesprächen im Künstlerkafi. Was soll ein neugieriger Farbgeist schliesslich machen, wenn die Ohren von Natur aus länger sind als die moralische Selbstbeherrschung?
Morpheo hingegen ist in Sachen Verschwiegenheit ein Fels in der Brandung. Was ihm anvertraut wird, bleibt bei ihm. Punkt. Kein Klatsch, kein Tratsch, kein «Das muss ich unbedingt meiner Nachbarin erzählen!». Da könnte selbst eine Horde neugieriger Gartenzwerge mit gezückten Notizblöcken anrücken – sie würden nichts erfahren.
Natürlich hatte ich schon allerlei grossartige Ideen! Ich könnte Amor spielen, unglücklich Verliebte verkuppeln, zerstrittene Familien wieder zusammenführen oder heimlich ein paar Nötli in ein kläglich bestücktes Portemonnaie schmuggeln. Mit meiner Pinselspitze liesse sich bestimmt auch ein romantischer Liebesbrief verfassen!
Doch dann kommt Morpheo mit seiner berühmten Ruhe und erklärt mir, dass sein Atelier ein sicherer Begegnungsort ist. Hier darf jeder seine Geschichte erzählen, ohne ungefragt mit RatSCHLÄGEN beworfen oder mit gut gemeinten Sofortlösungen erschlagen zu werden. Stattdessen gibt es kreative Anlässe, Begegnungen und kleine Auszeiten vom Alltag. Sorgen dürfen draussen warten, während drinnen Farben fliessen.
Damit auch Menschen mit schmalem Portemonnaie teilnehmen können, sucht Morpheo übrigens laufend gespendete Leinwände, Rahmen, Farben und andere Kunstmaterialien sowie Sponsoren, die dieses Angebot mittragen. Wer also etwas übrig hat: Hier könnte aus altem Material neue Lebensfreude entstehen!
Und während ich darüber nachdenke, fällt mir auf, wie erstaunlich kompliziert Ihr Menschen manchmal das Zusammenleben gestaltet.
Da werden Geschwister zu Erbfeinden, Verwandte aus Familien verbannt und Lebensgeschichten abgeurteilt, bevor überhaupt jemand nach Details und Befindlichkeiten gefragt hat. Andere werden gemieden, weil sie krank sind, anders leben oder nicht ins persönliche Weltbild passen. Manche verteidigen ihre eigenen Werte, als hätten sie persönlich die zehn Gebote verfasst und das einzig gültige Evangelium geschrieben und beim Notar beglaubigen lassen.
Besonders lästig-lustig finde ich die menschliche Zauberformel für familiäre Harmonie: «Das steht mir zu!»
Holla, die Waldfee! Bei diesem Satz kräuseln sich mir sämtliche Pinselhaare!
Natürlich gibt es gesetzliche Erbansprüche, und die sollte man kennen. Aber zwischen einem rechtlichen Anspruch und der menschlichen Haltung, bereits zu Lebzeiten anderer Menschen über deren Besitz zu verfügen, liegen Welten.
Wer sich etwas erarbeitet hat, sollte sein Leben grundsätzlich nach den eigenen Vorstellungen gestalten dürfen – im Rahmen der geltenden Gesetze. Und wenn am Ende für die Nachkommen weniger übrig bleibt als erhofft? Dann heisst es eben: Ärmel hochkrempeln, eigene Ideen entwickeln und selbst etwas aufbauen!
Denn seien wir ehrlich: Ein herzliches Familienfest, ein guter Freund, eine Nachbarin, die spontan mit einem duftenden, selbstgebackenen Kuchen vor der Tür steht, um sich für die letztens ausgeliehene Tasse Zucker und die zwei Eier zu bedanken, oder jemand, der einem zuhört, ohne gleich den Zeigefinger zu heben, ist unbezahlbar. Dafür gibt es keine Goldbarren, keine Luxusuhren und keine Schweizer Bank, die das liefern könnte.
Ein friedliches Miteinander ist ein Reichtum, für den man kein Konto eröffnen muss.
Apropos Miteinander: Da wäre ja noch meine liebe Chromatia! Habe ich sie in den vergangenen Wochen vielleicht etwas zu sehr bedrängt, endlich auf meine Nachrichten zu antworten? Hm. Mein sonst so rauchendes Gehirn beginnt tatsächlich, vernünftige Gedanken zu produzieren!
Ich werde ihr gleich einen Entschuldigungsbrief schreiben. Darin werde ich ihr sagen, dass ich mich riesig über einen Besuch freuen würde – aber selbstverständlich nur, wenn sie selbst Lust dazu hat.
Jawohl! Ein Farbgeist kann lernfähig sein. Man glaubt es kaum.
Und wo wir gerade beim Entschuldigen sind: Warum fällt es Euch – äääääh mir - so schwer, manchmal einfach um Verzeihung zu bitten? Viele Menschen scheuen sich davor, weil sie überzeugt sind, überhaupt nichts falsch gemacht zu haben. Andere fürchten, mit einer Entschuldigung gleich ihre gesamte Würde samt Familienwappen abgeben zu müssen.
Dabei habe ich längst meine ganz persönliche Zauberformel entwickelt:
«Liebe/r XY, falls ich Dich mit meinem Verhalten gekränkt oder verletzt habe, möchte ich mich dafür bei Dir entschuldigen.»
Diese Worte sind kein Freipass, um künftig nach Herzenslust auf anderen herumzutrampeln. Sie sind vielmehr eine offene Tür für ein Gespräch. Natürlich müssen sie ehrlich gemeint sein. Eine Entschuldigung, die nur ausgesprochen wird, damit endlich Ruhe herrscht, ist ungefähr so wertvoll wie ein Goldfisch im trockenen Suppenteller.
So, und jetzt muss ich los. Ich habe einen Brief zu schreiben, meine Pinselhaare zu ordnen und meine Amor-Ambitionen vorübergehend auf Eis zu legen.
Obwohl … ein winziges bisschen Amor könnte doch nicht schaden, oder?
Nein, Chromatius! Finger weg von den fremden Liebesbriefen!
Euer etwas geläuterter, aber nach wie vor herrlich neugieriger
Chromatius, Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo

Zusammenfassung: Morpheos Vision – Die ersten Teile
Die Nacht, in der mir die Erde ihr Geheimnis zeigte
Am 30. Oktober 2010 begann eine Vision, die Carlo Laudati bis heute begleitet. Verdorrende Erdteile und eine unbekannte Ursache kündigten eine grundlegende Veränderung an.
Was geschieht, wenn plötzlich Geld, Strom, Internet, Handys und künstliche Intelligenz verschwinden? Wenn unsere gewohnte Welt zusammenbricht und wir uns wieder auf das besinnen müssen, was uns als Menschen wirklich ausmacht?
In dieser Vision stehen auch die Kinder vor einer besonderen Herausforderung. Die älteren Generationen erhalten die Aufgabe, den Jungen den Weg in eine völlig neue Welt zu zeigen. Städte verschwinden, natürliche Materialien gewinnen an Bedeutung und individuelle kleine Häuser entstehen.
Schliesslich beginnt das Zeitalter des Wünschens: eine Welt ohne Geld und Besitzstreben, in der Gedanken Reisen ermöglichen, Telepathie verbindet und universelles Wissen allen zugänglich ist.
Ist das Zukunftsmusik, ein Traum oder eine Einladung, unsere Vorstellungskraft neu zu entdecken? Vielleicht liegt das Geheimnis darin, dass Veränderung zuerst in unseren Gedanken beginnt – und dass das Schlaraffenland näher sein könnte, als wir glauben.
🔮 Morpheos Nachtvision – Teil 5
Das Zeitalter des Wünschens
Wenn ich heute von diesem Teil meiner Vision erzähle, schauen manche Menschen zunächst ziemlich skeptisch.
Und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken.
Denn ich sah eine Welt, in der Menschen sich wünschen konnten, was sie benötigten – ohne dafür Geld bezahlen zu müssen.
Keine Bank.
Keine Kreditkarte.
Kein Portemonnaie.
Keine Rechnung, bei der man zunächst dreimal tief durchatmen muss.
Das eigentliche Prinzip dieser Welt war das Wünschen.
Doch meine Vision zeigte auch eine Übergangsphase.
Und die war keineswegs besonders vorbildlich.
Zunächst würden die Menschen nämlich tun, was Menschen offenbar ziemlich gerne tun: Sie würden übertreiben.
„Der Nachbar hat ein schönes Haus? Dann möchte ich ein noch grösseres.“
„Die Nachbarin hat einen wunderbaren Garten? Dann möchte ich einen, der aussieht wie ein botanischer Garten.“
„Er hat einen Swimmingpool? Dann möchte ich gleich drei.“
Kurz gesagt:
Die Menschen würden zunächst versuchen, auch im neuen Paradies wieder einen Wettbewerb daraus zu machen.
Neid.
Missgunst.
Protzerei.
Masslosigkeit.
Doch irgendwann würde die Erkenntnis kommen: Wenn in jedem Moment alles möglich ist, warum brauche ich eigentlich so viel?
Und genau dort begann in meiner Vision die zweite Phase.
Die Menschen wünschten sich nicht mehr alles, was sie haben konnten.
Sie wünschten sich nur noch das, was sie wirklich brauchten.
Ein gemütliches Haus.
Beste Gesundheit und mentale Ausgeglichenheit.
Einen Garten.
Gutes Essen.
Zeit für die Familie.
Freunde.
Haustiere.
Natur.
Ruhe.
Vielleicht sogar einen Kaffee mit jemandem, den man gern hat.
Und dann wurde es wirklich interessant.
Denn auch Reisen funktionierten anders.
Man brauchte keine Autos, Flugzeuge oder Züge mehr.
Man bewegte sich durch die Kraft des Wünschens.
Ich musste dabei an unsere heutige Reiseplanung denken.
Flug buchen.
Zug suchen.
Parkplatz finden.
Stau.
Verspätung.
Gepäck.
Viel Reisegeld für die Reise, die Unterkunft und Unternehmungen verbraten.
Und dann drei Stunden am Flughafen verbringen, nur um irgendwohin zu gelangen.
In meiner Vision genügte offenbar: „Ich möchte dort sein.“
Und schon begann die Reise.
Noch erstaunlicher war die Kommunikation.
Die Menschen verständigten sich telepathisch.
Sprachbarrieren verschwanden.
Wissen musste nicht mehr mühsam über Jahrzehnte in Schulen und Universitäten angesammelt werden.
Erfahrungen konnten unmittelbar weitergegeben werden.
Ein universelles Netzwerk des Wissens entstand.
Ich fand diesen Gedanken faszinierend.
Stellt Euch vor, ein Mensch entdeckt etwas über eine Pflanze.
Statt dass dieses Wissen verloren geht, wird die Erfahrung weitergegeben.
Ein anderer Mensch kann darauf aufbauen.
Wissen wird nicht mehr gehortet.
Es gehört allen.
Und damit wären wir wieder bei zwei alten Märchen, deren wundersame Taten plötzlich hinfällig würden.
„Tischlein deck dich“ könnte seine Tätigkeit einstellen und der Goldesel dürfte ebenfalls in Rente gehen.
«Das Schlaraffenland» könnte definitiv geschlossen werden.
Denn wenn Menschen sich das Benötigte wünschen können, braucht es weder Zaubertisch noch Goldesel.
Auch vieles andere verschwand aus meiner Vision:
Mobbing.
Steuern.
Regierungen und Könige.
Machtkämpfe.
Viele unserer heutigen medizinischen und psychologischen Strukturen wären ebenfalls nicht mehr notwendig, weil das universelle Wissen auch Kenntnisse über Gesundheit, Natur und Heilung vermitteln würde.
Dabei möchte ich ausdrücklich sagen: Das ist eine Beschreibung meiner Vision, keine medizinische oder politische Prognose.
Doch eines faszinierte mich besonders.
Je weniger die Menschen besitzen wollten, desto weniger mussten sie arbeiten.
Und je weniger sie arbeiten mussten, desto mehr Zeit hatten sie füreinander.
Familie.
Freundschaft.
Natur.
Gemeinschaft.
Vielleicht war das eigentliche Geschenk dieser Zukunft deshalb gar nicht das Wünschen.
Vielleicht war es etwas ganz anderes: Zeit.
Und genau diese Zeit führte in meiner Vision zu einer Welt, in der die Menschen endlich wieder etwas taten, das wir heute manchmal vergessen haben.
Sie lebten.


Manchmal erinnert uns das Leben daran, was wirklich zählt …
Diese Woche stand im Kunstatelier Morpheo leider nicht nur die Farbe im Mittelpunkt. Überschattet wurde sie von einer dramatischen Rettungsaktion für einen guten Freund, dessen akutes Gesundheitsproblem einmal mehr auf erschreckende Weise vor Augen führte, wie vergänglich und verletzlich unsere Gesundheit ist.
Lieber Freund, ich wünsche Dir von Herzen eine rasche und vollständige Genesung! Ich freue mich schon darauf, wenn wir wieder gemeinsam Kaffee trinken, plaudern und miteinander malen können.
Denn unsere Gesundheit ist unser kostbarstes Gut. Sie schenkt uns Lebensqualität, ermöglicht Begegnungen und lässt uns die kleinen Freuden des Alltags geniessen. Oft merken wir erst dann, wie wertvoll etwas ist, wenn es plötzlich nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung steht.
Vielleicht sollten wir alle deshalb nicht erst auf einen Weckruf des Lebens warten. Geniessen wir jeden guten Moment, freuen wir uns über schmerzfreie Stunden und heissen wir auch einmal ein Zipperlein als freundliche Erinnerung willkommen damit wir besser auf uns achten und uns die notwendigen Erholungsphasenn gönnen mögen.

Nicht jeder Schmerz und keine Beschwerden lassen sich einfach wegzaubern, und natürlich müssen gesundheitliche Beeinträchtigungen ernst genommen werden. Doch wir dürfen uns fragen: Was tut mir gut? Was raubt mir unnötig Kraft? Wo kann ich etwas verändern – und wo darf ich getrost loslassen?
Wir können nicht alles kontrollieren. Aber wir können versuchen, bewusster zu leben, dankbarer zu sein und uns weniger mit Sorgen aufzureiben, die wir ohnehin nicht beeinflussen können.
🌭 Chromatius und die Weisswurst-Verschwörung
Das Oktoberfestfeeling hielt auch diese Woche an. Vereinzelt wurde wieder nach unseren feinen Weisswürsten gefragt.
Mein kleiner Farbgeist Chromatius ist allerdings der festen Überzeugung, dass sämtliche verbliebenen Würste ihm persönlich gehören. Schliesslich sei er der wichtigste Bewohner des Ateliers und habe als solcher gewisse Vorrechte!
Ich hoffe sehr, dass bis Ende Oktober noch einige hungrige Weisswurstliebhaber vorbeischauen. Andernfalls muss ich womöglich eine Notfallmassnahme gegen Chromatius' drohendes Weisswurst-Koma einleiten. Eine Gehirn-Abkühlanlage haben wir ja gedanklich bereits in Erwägung gezogen!
🎨 Was wünschen sich die Rorschacher?
Leider fand sich für den Donnerstag-Workshop niemand zur Anmeldung bereit – obwohl die Rückmeldungen zu meinem kreativen Angebot immer wieder von allen Seiten begeistert ausfallen.
Da frage ich mich natürlich: Woran liegt es? Passt das Angebot nicht? Ist der Termin ungünstig? Möchtet Ihr lieber etwas anderes gestalten oder lieber gemeinsam kreativ sein, ohne gleich einen ganzen Workshop zu besuchen?
Meine Angebote gibt es vor Ort im Atelier und teilweise auch online. Ich bin offen für neue Ideen und gestalte mein Programm gerne so, dass es zu Euren Wünschen passt.
Also, liebe Rorschacherinnen und Rorschacher: Was würdet Ihr gerne im Kunstatelier Morpheo erleben? Schreibt mir Eure Ideen! Ich freue mich über jede Anregung.
🔮 Der Blick nach vorne
Am Dienstag und Mittwoch lege ich für Interessierte meine Lenormand- und Zigeunerkarten – eine Tätigkeit, der ich mich schon seit vielen Jahren für meine interessierte Kundschaft widme. Eine Voranmeldung ist erwünscht.
Und bitte nicht vergessen:
Donnerstag, 22. Oktober 2026, von 13.30 bis 17.00 Uhr:
✨ Stelle Deine eigene Seelenessenz her! ✨
Im alchemistischen Teil des Kunstateliers Morpheo erwartet Dich eine besondere Gelegenheit, Dich auf kreative Weise mit Deiner persönlichen Essenz auseinanderzusetzen und etwas Einzigartiges zu erschaffen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – melde Dich deshalb am besten gleich an!
Ich wünsche Euch eine Woche voller guter Begegnungen, kleiner Glücksmomente und möglichst vieler Gründe zum Lächeln.
Und denkt daran: Das Leben ist nicht immer planbar. Aber solange wir gemeinsam Kaffee trinken, lachen, malen und füreinander da sein können, gibt es vieles, wofür wir dankbar sein dürfen.
Euer Morpheo
Kunstatelier Morpheo – Wo Kunst Menschen verbindet. 💛

Chromatius kurz vor dem geistigen Weisswurst-Kollaps! - Ein Pinselgeist am Rande des Nervenzusammenbruchs
Also, ich sag's euch: ICH BIN FERTIG! AUSGEPINSELT! GEISTIGER SCHNITZELBREI!
Wenn ich noch eine einzige Geschäftsidee habe, platzt mir der Schädel, und dann habt ihr den Salat! Oder vielmehr die Farbspritzer an der Decke!
Ich, Chromatius, seines Zeichens kleinster Pinselgeist mit dem grössten Herzen diesseits und jenseits des Bodensees, bin nämlich für die gesamte strategische Zukunft des Kunstateliers Morpheo zuständig. Jawohl! Während andere Farbgeister gemütlich auf ihren Pinselhaaren liegen und Fliegen zählen, rotiere ich hier wie ein Hochgeschwindigkeitsmixer im Farbenrausch!
Wie bringen wir die vielseitigen Dienstleistungen von Morpheo unter die Leute? Wie gewinnen wir eine treue Stammkundschaft? Wie sorgen wir dafür, dass der Mietzins bezahlt wird, die Investitionen nicht zum finanziellen Bermuda-Dreieck werden und für Morpheo am Monatsende vielleicht sogar ein kleiner Lohn übrig bleibt?
FRAGEN ÜBER FRAGEN!

Und was macht Chromatia, meine angeblich bessere Hälfte? Die treulose Tomate hat sich immer noch nicht gemeldet! Wahrscheinlich sitzt sie irgendwo auf einer rosa Wolke, schlürft Feen-Cappuccino und lässt sich von einem Einhorn die Flügel massieren. Währenddessen dampft mir das Gehirn aus den Ohren!
Ich habe schon so viele Ideen ausgebrütet, dass man damit sämtliche Hühner der Schweiz gleichzeitig zum Eierlegen animieren könnte. Und kaum ist eine Idee umgesetzt, stelle ich fest: Hoppla! Da macht jemand etwas ganz Ähnliches!
Zuerst fühle ich mich natürlich geschmeichelt. Schliesslich kopiert man nicht jeden dahergelaufenen Pinselgeist. Meine Brust schwillt an wie ein Hefeteig auf Steroiden!
Doch dann frage ich mich: Warum zum Kuckuck arbeiten wir nicht einfach zusammen?
Morpheo bietet etwas an, ich biete etwas an, du bietest etwas anderes an. Und gemeinsam ergänzen wir uns! Was der eine nicht kann, kann vielleicht der andere. Was beim einen fehlt, bringt der andere mit.
Das nennt sich Zusammenarbeit, ihr menschlichen Meisterstrategen! Dafür braucht es weder einen Doktortitel in Raketenwissenschaft noch eine dreitägige Sitzung mit PowerPoint-Präsentation und veganen Häppchen!
Aber nein! Konkurrenz! Vergleich! Wer ist besser? Wer hat mehr Klicks? Wer hat die schönere Webseite? Wer hat auf Social Media mehr Menschen dazu gebracht, innerhalb von drei Sekunden ein Herzchen zu verteilen?
HERZCHEN! ICH WILL KEINE HERZCHEN! ICH WILL MENSCHEN, DIE ZUEINANDER FINDEN!
Das Kunstatelier Morpheo ist doch kein seelenloser Online-Automat, der nach dem dritten Klick eine Rechnung ausspuckt! Hier wird gemalt, gelacht, geplaudert, ausprobiert und manchmal vermutlich auch ein bisschen geflucht, wenn die Farbe nicht dorthin fliesst, wo sie soll.
Hier dürfen einsame Menschen Anschluss finden, Kreative ihre Fantasie ausleben und Neugierige in andere Welten eintauchen. Hier zählt nicht, wie viele Follower jemand hat, sondern ob man einander noch in die Augen schauen kann, ohne dabei heimlich aufs Handy zu schielen.
Ach, wäre doch Morpheo’s grosse Vision, welche er 2010 gehabt hat, doch schon Wirklichkeit! Eine Welt, in der Wünsche mit einem Gedanken Wirklichkeit werden, niemand um seine Existenz bangen muss und Konkurrenzdenken ungefähr so notwendig ist wie ein Regenschirm unter Wasser.
Dann würde ich mir ein Häuschen im Grünen aus Marzipan wünschen, einen persönlichen Weisswurst-Lieferdienst und eine Gehirn-Abkühlanlage mit Sofortwirkung!
Aber bis es so weit ist, muss ich wohl weitermachen.
Ich trotte jetzt in die Küche und suche nach einem übrig gebliebenen Zipfel Weisswurst. Wenn ich Glück habe, reicht er zur Wiederbelebung meiner rauchenden Hirnzellen.
Und falls nicht, gründe ich eben eine neue Bewegung: Die Partei für gemeinsames Schaffen statt einsames Schnaufen!
Parteiprogramm:
Miteinander statt Gegeneinander. Herz statt Ellenbogen. Zusammenarbeit statt Ideenklau.
Mitgliedsbeitrag: eine Weisswurst und eine Brezel.
Chromatia darf übrigens auch Mitglied werden. Sobald sie sich wieder meldet.
Falls sie sich noch daran erinnert, dass sie einen Pinselgeist mit akutem Weisswurst-Mangel zurückgelassen hat.
Euer völlig überarbeiteter, aber noch nicht ganz abgeschmierter
Chromatius
Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo – Wo Träume Farbe finden und kleine Geister grosse Würste brauchen.

Zusammenfassung: Morpheos Vision – Die ersten Teile
Die Nacht, in der mir die Erde ihr Geheimnis zeigte
Am 30. Oktober 2010 begann eine Vision, die Morpheo bis heute beschäftigt: Verdorrende Erdteile, eine unbekannte Ursache und das Gefühl, dass ein grundlegender Wandel bevorsteht.
In der Vision verschwinden Geld, Strom, Internet, Handys und künstliche Intelligenz. Zurück bleibt die Frage: Was bleibt vom Menschen, wenn seine technischen und materiellen Sicherheiten plötzlich nicht mehr funktionieren?
Gleichzeitig entsteht eine neue Aufgabe für die älteren Generationen. Sie sollen Kindern und Jugendlichen helfen, sich in einer völlig veränderten Welt zurechtzufinden. Krankheit, Generationenlücken und die besonderen Indigo- und Kristallkinder spielen dabei eine geheimnisvolle Rolle.
Schliesslich verändert sich auch die Erde selbst. Städte verschwinden, Naturmaterialien kehren zurück und kleine, individuelle Häuser entstehen. Doch hinter all diesen Veränderungen liegt noch ein grösseres Geheimnis: ein geheimnisvoller Wandel der Dimensionen – und die Frage, wohin uns dieser Weg führen wird.
🔮 Morpheos Nachtvision – Teil 4
Wenn unsere Städte verschwinden
„Morpheo“, fragte Chromatius, „willst du mir jetzt ernsthaft erzählen, dass all unsere Hochhäuser verschwinden?“
„Ja.“
„Und die Strassen?“
„Auch.“
Chromatius blickte mich misstrauisch an.
„Dann hoffe ich wenigstens, dass mein Regal stehen bleibt.“
Ich musste lachen.
Aber die Bilder meiner Vision waren tatsächlich sehr deutlich.
Die Erde veränderte ihr Gesicht.
Strassen, wie wir sie heute kennen, verloren ihre Bedeutung.
Hochhäuser verschwanden.
Industrieanlagen verschwanden.
Die gewaltigen Bauwerke unserer Zivilisation waren nicht mehr notwendig.
Stattdessen sah ich einzelne Häuser, angepasst an die Bedürfnisse der Menschen.
Keine riesigen Wohnblöcke.
Keine endlosen Betonlandschaften.
Sondern kleinere Häuser aus natürlichen Materialien, eingebettet in eine Landschaft, die wieder viel stärker der Natur gehörte.
Holz. | Stein. | Lehm. | Pflanzen. | Wasser.
Die Häuser wirkten nicht wie Fremdkörper in der Landschaft.
Sie gehörten zu ihr.
Und auch die Menschen schienen wieder einen anderen Bezug zur Erde zu haben.
Nicht mehr: „Was können wir aus der Natur herausholen?“
Sondern eher: „Wie können wir mit ihr leben?“
Das war für mich eine der stärksten Botschaften dieser Vision.
Doch gleichzeitig gab es etwas, das ich damals nicht verstand.
Immer wieder sah ich Nebel.
Verschwommene Bilder.
Dinge, die ich nicht erkennen konnte.
Als würde jemand absichtlich einen Vorhang vor bestimmte Teile der Zukunft ziehen.
Heute glaube ich, dass genau darin vielleicht ein wichtiger Gedanke steckt.
Wir Menschen möchten gerne sofort alles wissen.
Wir wollen die Zukunft berechnen, planen und kontrollieren.
Aber vielleicht würde uns ein vollständiger Blick auf eine völlig andere Welt schlicht überfordern.
Stellt Euch vor, jemand würde Euch heute plötzlich sämtliche technischen, wissenschaftlichen und geistigen Erkenntnisse der nächsten dreihundert Jahre auf einmal erklären.
Wahrscheinlich würden wir nach zehn Minuten nur noch verwirrt dreinschauen.
Chromatius würde vermutlich schon nach fünf Minuten nach Kaffee verlangen.
Deshalb blieb vieles in meiner Vision verschwommen.
Das Wissen sollte sich erst dann zeigen, wenn die Menschen bereit dafür waren.
Ein weiterer ungewöhnlicher Bestandteil meiner Vision waren regelmässige Dimensionenwechsel.
Alle sieben Jahre sollte sich die Wahrnehmung beziehungsweise die Ebene des menschlichen Erlebens verändern.
Was genau damit gemeint war, kann ich nicht wissenschaftlich erklären.
Ich habe es einfach so gesehen.
Eine Art rhythmischer Wandel.
Alle sieben Jahre öffnet sich eine neue Tür. | Eine andere Wahrnehmung. | Ein anderes Verständnis. | Ein weiterer Schritt.
Vielleicht ist auch das nur ein Symbol.
Denn wenn wir unser eigenes Leben betrachten, erkennen wir manchmal ebenfalls solche Sieben-Jahres-Phasen.
Wir verändern uns.
Unsere Beziehungen verändern sich.
Unsere Bedürfnisse verändern sich.
Unsere Sicht auf die Welt verändert sich.
Warum sollte also eine grosse Veränderung der Menschheit nicht ebenfalls in Etappen stattfinden?
Meine Vision zeigte mir jedenfalls keine Welt, die eines Morgens plötzlich fertig und vollkommen war.
Sie zeigte einen Prozess.
Einen langen Wandel.
Einen Wandel über viele Generationen.
Und dann kam der vielleicht ungewöhnlichste Teil.
Eine Welt, in der der Mensch nicht mehr arbeiten musste, um Dinge kaufen zu können.
Eine Welt, in der Wünschen plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekam.
Und damit wurde meine Vision beinahe märchenhaft.
Denn plötzlich musste ich an einen alten Goldesel denken, welcher nach einem Zauberspruch Golddukaten ausgibt.
Und an ein kleines Tischlein, dass sich beim Wünschen mit den tollsten Leckereien deckt oder meine Erinnerung an ein Bild aus Kindertagen vom Schlaraffenland, in welchem sich Köstlichkeiten aller Art schnabulieren liessen.
Ihr wisst schon, welches.
Davon erzähle ich im nächsten Teil.

Weisswurst, Wachs und Weihnachtspläne
Was soll ich sagen? Unser Mini-Oktoberfest war ein voller Erfolg! 🥨🌭 Und weil sich offenbar herumgesprochen hat, dass man im Kunstatelier Morpheo nicht nur Kunst anschauen, selber kreativ werden und gemütlich zusammensitzen kann, sondern sich hier inzwischen auch kulinarisch verwöhnen lässt, geht das Weisswurstvergnügen nächste Woche einfach in die Verlängerung!
Besonders freut mich, dass immer häufiger Sandwiches und andere kleine Leckereien vorbestellt werden. Manche geniessen sie gemütlich in unserer Arcade, andere nehmen sie gleich als Take-away mit. So wird aus einem Atelierbesuch plötzlich eine kleine kulinarische Zwischenstation mitten in Rorschach.
Dabei möchte ich gar kein riesiges Restaurantangebot auf die Beine stellen. Ganz bewusst gibt es bei uns eine kleine, überschaubare Auswahl. Dafür wird frisch zubereitet – und wer einen besonderen Wunsch hat, darf mich gerne direkt fragen. Wenn es machbar ist, erfülle ich ihn. Ich finde nämlich: Essen darf persönlich sein. Und manchmal ist ein ganz bestimmtes Sandwich eben genau das, was die Seele gerade bestellt hat. 😉

Nächste Woche: Weisswurst trifft Enkaustik
Also gibt es kommende Woche wieder Weisswurstfeeling – und zwar mitten in einer ganz besonderen Ausstellung.
Unsere Enkaustik-Werke laden zum Staunen ein. Enkaustik bedeutet Malen mit warmem Wachs und einem speziellen Bügeleisen. Was zunächst vielleicht nach Bastelstunde mit ungewöhnlichem Werkzeug klingt, entwickelt sich zu faszinierenden Bildern mit geradezu magischen Farbkompositionen.
Während also die Weisswurst auf ihre Geniesser wartet, darf das Auge in warme Farben und geheimnisvolle Wachsstrukturen eintauchen. Kunst und Kulinarik – warum eigentlich nicht?
Und langweilig wird mir auch hinter den Kulissen nicht.
Ich bin derzeit fleissig mit den Abklärungen für unser geplantes Weihnachtsessen für Menschen am Rand der Gesellschaft beschäftigt. Ich möchte ganz bewusst Menschen an unseren reich gedeckten Tisch einladen, die vielleicht sonst nicht so oft an einem solchen Tisch Platz finden. Für mich gehört zu Weihnachten nämlich nicht nur Kerzenschein und festliches Essen, sondern vor allem: Niemand soll das Gefühl haben, nicht dazuzugehören.
Daneben laufen die Vorbereitungen für unsere Sonderausstellung der Kalenderbilder und natürlich für den kommenden Rorschacher Bummelsunntig.
Und dann ist da noch ein Herzensprojekt für das kommende Jahr: eine Ausstellung mit Kunstwerken von Fahrenden. Dieses Thema liegt mir aufgrund meiner eigenen Wurzeln besonders am Herzen. Ich möchte damit zeigen, wie vielfältig, kreativ und wertvoll die Kunst und die Geschichten von Menschen sind, die viel zu oft nur von aussen betrachtet werden.
Ihr seht: Im Kunstatelier Morpheo wird es niemals langweilig.
Hier wird gemalt, gewachst, gegessen, geplant, gelacht, diskutiert und manchmal auch einfach gemeinsam eine Tasse Kaffee getrunken.
Denn Kunst verbindet Menschen. Und manchmal beginnt die Verbindung eben mit einer Weisswurst. 🥨🎨


Chromatius und die erste Weisswurst
Also, ich bin so was von empört!
Da hat Morpheo doch tatsächlich extra für mich eine wunderschöne Chromatius-Portion Weisswurst mit süssem Senf und einer herrlich knusprigen Brezel hergerichtet. Nur für mich! Für den wichtigsten Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo!
Und dann passiert es.
Da kommt einfach jemand von der Strasse daher, schnuppert genüsslich in die Luft und sagt:
„Oh, das riecht aber fein! So eine Oktoberfest-Weisswurst würde ich sehr gerne geniessen.“
Würde ich auch!
Schliesslich war sie MEINE!
Aber was macht dieser Mensch? Setzt sich einfach hin und lässt sich von Morpheo bedienen. Und Morpheo – der Verräter! – lächelt mir auch noch bedauernd zu und nuschelt im Vorübergehen: „Kundschaft geht vor, bedaure Chromatius. Du bekommst aber die nächste Wurst, versprochen.“
Die nächste Wurst?!
Ich soll die zweite Wurst bekommen?!
Also bitte!
Da muss ich mich doch zur grösstmöglichen Grösse aufplustern. Wenn ich schon klein bin, dann wenigstens gewaltig wichtig!
Ich bin schliesslich Chromatius! Pinselgeist! Hausgeist! Moralische Instanz! Und selbstverständlich die wichtigste Persönlichkeit im gesamten Kunstatelier Morpheo!
Mir gebührt die erste Weisswurst!
Eigentlich sollte man mich sofort zum Stadtpräsidenten von Rorschach wählen. Ach was – zum Bundesrat!
Dann könnte ich endlich all meine genialen Ideen zum Wohle der Menschheit umsetzen:
Kriege? Abgeschafft!
Dauerhafter Frieden? Sofort!
Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen? Selbstverständlich!
Und nicht nur Menschen sollen profitieren. Auch Tiere bekommen von mir höchstpersönlichen Schutz. Jedes Lebewesen soll sicher, bequem und artgerecht leben dürfen.
Tierversuche? Abgeschafft! Wo Experimente wirklich notwendig sind, kommen clevere KI-Methoden zum Einsatz.
Und natürlich gründe ich meine eigene Partei:
Die nicht gewinnorientierte pazifistische Partei der Pinselgeister & Co.
Parteiprogramm Nummer eins: Niemand muss um eine Weisswurst kämpfen.
Parteiprogramm Nummer zwei: Brezeln werden gerecht verteilt.
Parteiprogramm Nummer drei: Frieden für alle – nach Möglichkeit mit süssem Senf.
Hm …
Aber kann ich das alles überhaupt als Bundesrat unseres kleinen Landes umsetzen?
Vielleicht sollte ich doch einmal beim amerikanischen Präsidenten anfragen, ob er mir seinen derzeit ziemlich wackeligen Stuhl überlassen möchte.
Nicht etwa aus Machtgier!
Nein, nein.
Nur zum Wohle aller Menschen und Tiere!
Aber nun bin ich tüchtig abgeschweift.
Ich sehe nämlich gerade Morpheo mit einer dampfenden Schüssel näher kommen.
Meine Weisswurst!
Endlich!
Auch ein zukünftiger Weltverbesserer muss sich schliesslich von Zeit zu Zeit stärken.
Schliesslich kann man eine bessere Welt nicht auf leerem Magen bauen.
Und schon gar nicht ohne Weisswurst.


Zusammenfassung: Morpheos Vision – Die ersten beiden Teile
In der Nacht des 30. Oktober 2010 erlebt Morpheo eine geheimnisvolle Vision. Die Erde scheint ihm ein verborgenes Geheimnis anzuvertrauen. Vor seinem inneren Auge sieht er verdorrende Landschaften und Erdteile, deren Lebenskraft langsam zu schwinden scheint. Eine unbekannte Ursache liegt über dieser Entwicklung. Morpheo spürt dabei deutlich: Etwas Grundlegendes steht bevor. Es geht nicht nur um eine Veränderung der Natur, sondern um eine Prüfung der Menschheit und ihrer bisherigen Lebensweise.
Dann nimmt die Vision eine erschreckende Wendung: Geld und Technik verschwinden. Stromnetze brechen zusammen, Internet und Handys funktionieren nicht mehr und auch künstliche Intelligenz verstummt. Alles, was den modernen Menschen miteinander verbindet und ihm Sicherheit, Komfort und scheinbare Kontrolle gibt, ist plötzlich wertlos.
Morpheo erlebt eine Welt, in der niemand mehr schnell etwas googeln, online bezahlen, telefonieren oder sich von technischen Systemen helfen lassen kann. Die Menschen sind auf sich selbst, ihre Mitmenschen und ihre eigenen Fähigkeiten zurückgeworfen.
Damit stellt die Vision eine einfache, aber tiefgreifende Frage: Was bleibt vom Menschen übrig, wenn Geld, Technik und digitale Helfer plötzlich nicht mehr funktionieren?
Vielleicht, so erkennt Morpheo, beginnt genau dort eine andere Form von Reichtum – eine, die nicht auf Besitz, sondern auf Menschlichkeit, Gemeinschaft, Wissen, Naturverbundenheit und gegenseitige Hilfe gegründet ist.
🔮 Morpheos Nachtvision – Teil 3
Die Kinder, die zurückbleiben
Chromatius war nach meinem letzten Bericht auffallend still geworden.
„Morpheo“, sagte er schliesslich, „das mit dem Geld und dem Internet war ja schon ziemlich heftig. Aber jetzt willst du mir erzählen, dass auch noch die Erwachsenen verschwinden?“
Ich nickte.
„Genau das habe ich gesehen.“
In meiner Vision breitete sich eine Krankheit aus, gegen die die damalige medizinische und chemische Wissenschaft keine wirksame Antwort fand.
Menschen ab ungefähr 25 Jahren erkrankten.
Jüngere Kinder und Jugendliche blieben verschont.
Und auch einige sehr alte Menschen sollten übrig bleiben.
Das Bild, das ich sah, war schwer.
Denn eine Welt ohne ihre bisherigen Erwachsenen ist keine Welt, die einfach weitermacht wie bisher.
Wer erklärt einem Kind, wie man ein Haus baut?
Wer zeigt ihm, wie man Nahrung anbaut?
Wer hilft ihm, wenn es Angst hat?
Wer erzählt ihm die Geschichten der vergangenen Generationen?
Wer bewahrt das Wissen?
Und dann verstand ich, warum in meiner Vision gerade die ganz Alten eine besondere Aufgabe hatten.
Sie wurden zu Lehrern der Jungen.
Nicht Lehrer im heutigen Sinn mit Klassenzimmer, Stundenplan und Prüfungsnoten.
Sondern Menschen, die Lebenserfahrung weitergaben.
Sie wussten noch, wie die alte Welt funktioniert hatte.
Sie kannten Handwerk, Natur, Pflanzen, Tiere und menschliche Beziehungen.
Sie konnten erzählen, was funktioniert hatte – und was besser nicht wiederholt werden sollte.
Chromatius sah mich gross an.
„Also werden ausgerechnet die Alten die wichtigsten Menschen der neuen Welt?“
„Das habe ich gesehen.“
„Dann sollten sie sich besser gut vorbereiten.“
Ich musste lächeln.
Vielleicht ist das tatsächlich eine der schönsten Seiten meiner Vision.
Denn plötzlich ist Alter kein Mangel mehr.
Erfahrung ist kein Auslaufmodell.
Ein Mensch wird nicht deshalb wertvoll, weil er schnell, jung oder technisch perfekt ist.
Er wird wertvoll, weil er etwas weitergeben kann.
In meiner Vision spielten dabei auch die sogenannten Indigo- und Kristallkinder eine Rolle.
Die Indigo-Kinder erschienen mir wie eine Generation, die den bisherigen Wandel vorbereitet hatte. Sie brachten Unruhe in alte Strukturen, stellten Regeln infrage und wollten sich nicht mehr einfach in vorgegebene Formen pressen lassen.
Die späteren Kristallkinder hingegen standen für etwas anderes.
Für Beruhigung.
Für Verbindung.
Für Harmonie.
Für einen sanfteren Übergang.
Ob man diese Begriffe nun spirituell versteht oder einfach als Bilder für unterschiedliche Generationen betrachtet, möchte ich jedem selbst überlassen.
Für mich waren sie in dieser Vision Symbole.
Symbole für einen Wechsel.
Eine Generation rüttelt auf.
Eine andere hilft, wieder Frieden zu finden.
Und vielleicht braucht Veränderung tatsächlich beides.
Den Mut, zu sagen: „So können wir nicht weitermachen.“
Und später den Mut zu sagen: „Jetzt lasst uns etwas Besseres daraus machen.“
Doch die eigentliche Veränderung sollte noch viel weiter gehen.
Denn die Erde, wie wir sie heute kennen, blieb in meiner Vision nicht bestehen.
Strassen verschwanden.
Hochhäuser verschwanden.
Industrieanlagen verschwanden.
Die grossen Städte, wie wir sie kennen, lösten sich auf.
Und an ihre Stelle trat eine Welt, die viel kleiner, natürlicher und persönlicher wirkte.
Doch darüber erzähle ich Dir im nächsten Teil.
Denn dort begann die eigentliche Verwandlung unserer Erde.

🎨 Von tunesischen Häkelträumen, ungeduldigen Pinselgeistern und vielen neuen Plänen
Was für eine schöne Zeit liegt hinter uns!
Gestern ging die Ausstellung von Ina Anselment aus Rorschacherberg im Kunstatelier Morpheo zu Ende. Und ich darf sagen: Es wurde gestaunt, gefragt, gelauscht – und natürlich ausgiebig über die farbenprächtigen Werke gesprochen.
Ina Anselment hatte ihre kunstvollen Wandbilder aus tunesischer Häkelei erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Was dabei herauskam, war nicht einfach „ein bisschen Handarbeit“. Nein, da stecken unzählige Stunden, Geduld, Fingerspitzengefühl dahinter!
Viele Besucherinnen und Besucher liessen sich von den farbenfrohen Bildern verzaubern. Besonders schön war, dass die Künstlerin Interessierten mit einer kleinen Muster-Häkelei sogar einen Einblick in ihr Handwerk gab. So wurde aus dem Betrachten plötzlich ein kleines Stück Mitmachen.
Und die vielen positiven Rückmeldungen? Die nahm sie natürlich mit grosser Freude entgegen. Völlig zu Recht – schliesslich ist es etwas Besonderes, seine Werke zum ersten Mal öffentlich zu zeigen und dann so viel Wertschätzung dafür zu bekommen.
Nun aber heisst es: Ärmel hochkrempeln!
Denn kaum ist eine Ausstellung vorbei, stehen bei Morpheo bereits die nächsten Ideen vor der Tür. Und einer steht dabei besonders ungeduldig daneben: Chromatius.
Der kleine Pinselgeist wartet nämlich noch immer sehnsüchtig auf eine Antwort von Chromatia. Offenbar hat sie es mit dem Antworten nicht ganz so eilig wie er. Deshalb werde ich ihn nächste Woche kräftig bei den Vorbereitungen für den Oktober unterstützen lassen.
Ähm … natürlich meinte ich: Chromatius wird beschäftigt! 😇
Denn wenn er etwas zu tun hat, kommt er vielleicht nicht alle fünf Minuten mit der Frage: „Hat Chromatia geschrieben?“

🍂 Das erwartet Euch im Oktober:
Fr/Sa, 02./03.10.2026 – Mini-Oktoberfest
Weisswürste, Brezen, süsser Senf und alkoholfreies Bier. Also bayrisches Lebensgefühl – ganz ohne Kater am nächsten Morgen!
Do, 09.10.2026, 13.30–16.30 Uhr – Acrylic Pouring Workshop
Farbe fliessen lassen, staunen und schauen, was dabei entsteht.
Di/Mi, 13./14.10.2026, 13.00–17.00 Uhr – Lenormand-Kartenlegen
Morpheo nimmt sich Zeit für die geheimnisvollen Karten und ihre möglichen Botschaften.
Fr, 16.10.2026 – Geschlossene Gesellschaft am Abend
Do, 22.10.2026, 13.30–17.00 Uhr – Seelenessenzen herstellen
Basiswissen Alchemie und Wissenswertes über Spagyrik stehen auf dem Programm.
Ab Di, 27.10.2026 – Kalender-Ausstellung 2027
Hier wird es besonders spannend: Eine Auswahl verschiedener Kalenderbilder wird präsentiert. Ihr entscheidet mit! Die zwölf Motive mit dem meisten Zuspruch werden anschliessend für den Kalender 2027 aufbereitet, der vorbestellt werden kann.
Für sämtliche Veranstaltungen bitten wir um Voranmeldung über morpheo@gmx.ch oder 077 487 09 85.
Detailinformationen zu den einzelnen Anlässen gibt es natürlich ebenfalls direkt bei Morpheo.
Und wer jetzt noch nicht weiss, welcher Anlass der richtige ist, darf ganz unkompliziert im gemütlichen Künstlerkafi in der lauschigen Arkade vorbeischauen.
Bei einem feinen Morpheo-Eiscafé lässt sich schliesslich vortrefflich über Kunst, Alchemie, Oktoberfeste, Kalender – und notfalls auch über ausbleibende Nachrichten von Chromatia – plaudern.
Ich bin gespannt, was der Oktober bringt.
Und falls Ihr irgendwo einen kleinen Pinselgeist mit einem Handy seht, der nervös auf den Bildschirm starrt: Bitte nicht erschrecken. Das ist nur Chromatius. Er wartet. Immer noch. 😂🎨

🌾 Chromatius, der Bodensee und die grosse Erntedank-Verwirrung
Also wirklich! Ich, Chromatius, Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo mitten in Rorschach, habe ja schon einiges erlebt. Zwischen Farbtöpfen, Leinwänden, Künstlerkafi und allerlei alchemistischem Krimskrams bekommt man schliesslich so einiges mit.
Aber jedes Jahr im September wird es für mich kompliziert.
Da lese ich vom Buss- und Bettag, gleichzeitig wird vom Erntedankfest gesprochen und irgendwo taucht auch noch eine Sichlete auf.
Hallo?!
Kann mir bitte jemand erklären, was hier eigentlich gebüsst, gebetet und gesichelt wird?
Ich habe doch fast nichts falsch gemacht und soll nun büssen?!
Na gut … vielleicht habe ich im Atelier ein paar Farbtöpfchen umgeworfen. Aber das war eindeutig ein Unfall. Ein künstlerisch wertvoller Unfall! Und ausserdem war die Tischkante schuld.
Nicht ich – nein-nicht, nie im Leben!
Also schnappe ich mir Morpheo.
„Morpheo! Erklärung! Und zwar so, dass sogar ein kleiner Pinselgeist sie versteht!“
Morpheo holt tief Luft und rollt ein kleines bisschen mit den Augen. Das macht er immer, wenn er ahnt, dass es länger dauern könnte.
Er erklärt mir, dass der Buss- und Bettag nicht bedeutet, dass wir alle mit gesenktem Kopf durch Rorschach schleichen und uns für jeden verschütteten Kaffee entschuldigen müssen.
Puh!
Es geht um Besinnung, Dankbarkeit, Nachdenken und darum, sich bewusst zu machen, dass unser Leben nicht einfach selbstverständlich funktioniert.
Dann kommt die Sache mit der Ernte.
Ich schaue aus dem Fenster des Ateliers Richtung Rorschacher Hauptstrasse und denke an unser Künstlerkafi.
„Aber Morpheo“, sage ich, „warum soll ich für die Ernte dankbar sein? Ich gehe einfach in den Supermarkt. Tiefgekühltes Gemüse, importierte Früchte – alles schön verpackt und jederzeit zu erschwinglichem Preis verfügbar. Die Bauern rackern sich hingegen mit Schweiss, Wetter und elend langen Arbeitstagen ab. Die machen sich das Leben doch selber unnötig schwer!“
Morpheo schaut mich an.
Sehr ruhig.
Ich ahne nichts Gutes.
Dann erzählt er mir von der Schweizer Anbauschlacht während des Zweiten Weltkriegs. Damals war die Schweiz darauf angewiesen, möglichst viel Nahrung selber zu produzieren. Versorgungssicherheit war plötzlich keine theoretische Frage mehr.
Ich werde still.
Sehr still.
Morpheo erklärt mir, dass Landwirtschaft eben nicht bedeutet:
Samen rein – Gemüse raus – fertig.
Dazwischen liegen fruchtbare Böden, Wasser, Sonne, Saatgut, Wissen, Tiere, Maschinen, Wetterglück – und jede Menge Arbeit.
Und dann kommt mein persönlicher Bodensee-Schock, als ich wegen des aktuellen Getue um den sinkenden Pegel vieler Gewässer motze..
„Aber wenn der Pegel des Bodensees sinkt und damit auch mein Trinkwasservorrat“, frage ich, „trinke ich halt Milch!“
Morpheo hebt eine Augenbraue.
„Chromatius …“
Oh-oh.
„Auch eine Kuh braucht Wasser.“
Ich schaue hinaus auf den Bodensee, den wir hier in Rorschach praktisch vor der Haustür haben.
Und plötzlich fällt es mir wie ein nasser Schwamm auf den Kopf:
Ohne Wasser keine Kühe. Ohne Wasser keine Milch. Ohne Wasser keine Pflanzen. Ohne Wasser keine Ernte.
Ich blicke auf meine kleine Farbpalette.
Sogar die Farben im Atelier wären ohne Wasser ziemlich schwierig zu verarbeiten.
Da wird mir langsam klar, wie wunderbar verrückt dieses ganze System eigentlich ist.
Wir sitzen im Künstlerkafi des Kunstateliers Morpheo, trinken unseren Kaffee, plaudern, malen und freuen uns über ein Stück Kuchen – und gleichzeitig hängt unser ganzes Leben an Dingen, die wir meistens kaum beachten.
Wasser.
Erde.
Luft.
Sonne.
Pflanzen.
Tiere.
Menschen, die säen, pflanzen, pflegen und ernten.
Und plötzlich kommt mir mein Spruch über die „schön blöden Bauern“ ziemlich … blöd vor.
Ich senke demütig meinen kleinen Pinsel.
Und als Pinselgeist von Rorschach verkünde ich deshalb meine eigene:
Darum werde ich am nächsten Erntedankfest im Kunstatelier Morpheo nicht nur mein kleines Pinselbäuchlein, sondern auch mein Pinselherz füllen.
Ich werde auf den Bodensee schauen.
Auf Rorschach.
Auf die Menschen, die unsere Lebensmittel produzieren.
Und vielleicht sogar auf meine kleine Topfpflanze im Atelier.
Denn schliesslich gilt:
Auch ein Pinselgeist kann erkennen, dass Mutter Erde keine Selbstbedienungstheke ist.
Sie schenkt.
Wir nehmen.
Und eigentlich wäre es höchste Zeit, dass wir gelegentlich auch einmal Danke sagen.
Euer etwas demütiger, aber keineswegs geheilter
Chromatius 🎨🌾💧
Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo in Rorschach
PS: Und was büsse ich am Buss- und Bettag?
Meine frechen Sprüche.
Aber keine Sorge – nur vorübergehend.
Schliesslich braucht auch ein Pinselgeist seine künstlerische Freiheit!

Zusammenfassung Teil I:
Am 30. Oktober 2010 erlebt Morpheo eine eindrückliche Nachtvision: Verdorrende Landschaften kündigen tiefgreifende Veränderungen an. Geld, Besitz, Edelmetalle und Technik verlieren plötzlich ihre Bedeutung oder verschwinden ganz. Die Vision stellt menschliche Sicherheit und Identität infrage. Doch das scheinbare Ende könnte zugleich ein Neubeginn sein. Besonders erschütternd ist, dass Menschen verschwinden – darunter Kinder. Morpheo erkennt: Der Wandel betrifft nicht nur Natur und Technik, sondern die gesamte Menschheit und ihre Zukunft.
Die Zukunft der Kinder scheint mit dem Wandel der Welt auf geheimnisvolle Weise verbunden zu sein. Was zunächst wie ein Ende wirkt, könnte zugleich die Geburt einer völlig neuen Welt bedeuten.
🔮 Morpheos Nachtvision – Teil 2
Der Tag, an dem Geld und Technik verschwanden
Als Chromatius mich endlich dazu gebracht hatte, von meiner Nachtvision zu erzählen, war er zunächst ganz begeistert.
„Und dann?“, fragte er.
„Dann wurde es ziemlich ungemütlich“, antwortete ich.
Chromatius setzte sich aufrecht hin. Für einen Pinselgeist ist das ungefähr die gleiche Körperhaltung wie bei einem Menschen, der plötzlich merkt, dass der Film doch spannender wird als erwartet.
In meiner Vision war nämlich nicht nur die Natur im Wandel.
Plötzlich veränderte sich das, was wir Menschen für selbstverständlich halten: der Wert der Dinge.
Ich sah eine Welt, in der Geld seinen bisherigen Wert verlor. Nicht langsam, nicht durch eine gewöhnliche Inflation, sondern beinahe über Nacht.
Banknoten waren plötzlich nur noch bedrucktes Papier.
Kontostände bedeuteten nichts mehr.
Gold war nicht mehr das kostbare Metall, als das wir es betrachten.
Auch andere Wertgegenstände – Edelmetalle, Mineralien und Besitztümer – verloren ihre bisherige Bedeutung.
Ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl.
Es war, als würde die Menschheit plötzlich vor einer riesigen Schatzkiste stehen und feststellen: Der Schatz ist noch da – aber niemand braucht ihn mehr.
Vielleicht wäre das für manche Menschen zunächst der grösste Schock überhaupt.
Denn wir haben gelernt, unseren Wert und unsere Sicherheit an Dingen festzumachen.
Ein Haus.
Ein Auto.
Ein Konto.
Schmuck.
Besitz.
Technik.
Und plötzlich sollte all das keine Bedeutung mehr haben?
Doch damit war es noch nicht genug.
In meiner Vision brach auch die Stromversorgung zusammen.
Was genau die Ursache war, konnte ich nicht erkennen. Sabotage? Naturkatastrophen? Hacker? Vielleicht sogar eine Form von künstlicher Intelligenz, die wir heute noch nicht verstehen?
Auch hier blieb die Ursache im Nebel.
Aber das Ergebnis war eindeutig.
Der Strom war weg.
Und mit ihm verschwanden die vielen kleinen Helfer, ohne die unser Alltag inzwischen kaum noch vorstellbar ist.
Handys funktionierten nicht mehr.
Das Internet war verschwunden.
Auch künstliche Intelligenz, wie wir sie heute kennen, war nicht mehr verfügbar.
Ich musste dabei an unsere Gegenwart denken.
Wir tragen kleine Computer in der Tasche und fragen sie nach dem Wetter, dem Weg, einem Rezept oder der Bedeutung irgendeines seltsamen Wortes.
Und wenn das Gerät einmal nicht funktioniert, benehmen wir uns manchmal schon so, als wäre gerade die Zivilisation untergegangen.
Meine Vision ging wesentlich weiter.
Die gesamte digitale Welt war einfach nicht mehr da.
Und plötzlich mussten die Menschen wieder miteinander reden.
Von Angesicht zu Angesicht.
Sie mussten sich Dinge merken.
Sie mussten gemeinsam Lösungen finden.
Sie mussten wieder wissen, wie man etwas repariert, anbaut, herstellt oder organisiert.
Vielleicht war genau darin ein Teil der Botschaft verborgen.
Wir glauben oft, Technik mache uns frei.
Aber manchmal macht sie uns auch abhängig.
Und so stellte ich mir in jener Nacht eine merkwürdige Frage: Was bleibt von unserer Zivilisation übrig, wenn wir alles abschalten, was wir für ihre Grundlage halten?
Die Antwort, die meine Vision darauf gab, war erstaunlich.
Es blieb nicht nichts.
Es blieb der Mensch.
Seine Hände.
Sein Wissen.
Seine Fantasie.
Seine Fähigkeit, miteinander zu sprechen.
Seine Fähigkeit zu lieben.
Und vor allem seine Fähigkeit, sich an völlig neue Bedingungen anzupassen.
Doch dann sah ich etwas, das weitaus erschütternder war als der Verlust von Geld und Technik.
Eine Krankheit breitete sich aus.
Und sie traf nicht alle Menschen.
Sie traf vor allem jene, die älter als 25 Jahre waren.
Was danach geschah, erzähle ich im nächsten Teil.
Denn plötzlich standen Kinder und Jugendliche vor einer Aufgabe, die eigentlich viel zu gross für sie schien.
Und ausgerechnet die ganz Alten sollten ihre Lehrer werden.

Wenn Rorschach wieder aufatmet – und der Herbst kreativ wird
Die ganz heisse Zeit ist vorbei – und man merkt es! In Rorschach sind wieder deutlich mehr Menschen zu Fuss unterwegs. Die Strassen und Arkaden beleben sich, hier und da bleibt jemand stehen, schaut neugierig in ein Schaufenster oder entdeckt einen Ort, den er bisher vielleicht noch gar nicht wahrgenommen hat.
Zu meiner besonderen Freude finden immer wieder einzelne Gäste, aber auch kleine Gruppen den Weg in mein kleines, aber feines Künstlerkafi. Dort wartet ein ausgesuchtes, frisches Angebot auf Kaffeeliebhaber, Naschkatzen und alle, die einfach Lust auf ein gemütliches Gespräch haben.
In der vergangenen Woche hallte deshalb so manches fröhliche Lachen durch die Arkade. Und wer schon einmal im Künstlerkafi Platz genommen hat, merkt schnell: Hier endet der Kaffeegenuss nicht an der Tasse. Ein Blick ins Innere des Kunstateliers lohnt sich allemal, denn dort gibt es viel zu entdecken.
Noch bis kommenden Samstag ist die wunderschöne Ausstellung von Ina Anselment aus Rorschacherberg zu sehen. Ihre farbenprächtigen Wandbehänge aus tunesischer Häkelei bringen eine ganz besondere Atmosphäre ins Atelier. Farben, Formen und handwerkliches Können verbinden sich zu einer Ausstellung, die man nicht einfach nur anschaut – man lässt sie ein wenig auf sich wirken.
Und danach? Natürlich geht es kreativ weiter!
Für den Oktober sind bereits die nächsten besonderen Aktivitäten geplant. Im Künstlerkafi wartet unter anderem ein kleines Oktoberfest-Angebot auf Euch. Gleichzeitig dürfen sich Kunstfreunde auf eine ganz besondere Ausstellung aus der Werkstatt von Morpheo freuen.
Zu sehen sein werden ausgewählte Motive aus dem Acrylic Pouring, faszinierende Enkaustik-Werke sowie Szenen und Bilder aus dem Mittelalterlabor. Doch diesmal seid Ihr nicht nur Besucherinnen und Besucher – Ihr werdet zu Mitgestaltern!
Denn jede Besucherin und jeder Besucher darf seine 12 persönlichen Lieblingsmotive auswählen. Aus den meistgewählten zwölf Bildern entsteht anschliessend ein limitierter Kunstkalender 2027.
Welches Motiv schafft es hinein? Welches fliegt kurz vor dem Ziel noch heraus? Und welche zwölf Kunstwerke werden schliesslich gemeinsam ein ganzes Jahr begleiten?
Ich bin selbst gespannt! – Chromatius findet zwar diese Ausstellung völlig überflüssig, er «weiss» schliesslich längst, welche Motive die Schönsten sind… überheblicher Schlawiner, der…
Eine Vorbestellung des Kalenders wird sich deshalb auf jeden Fall empfehlen. Vielleicht schmückt er 2027 nicht nur zahlreiche Rorschacher Wohnzimmer, sondern reist auch weit über die Stadtgrenzen hinaus – als kleines Stück Morpheo-Kunst für das eigene Zuhause oder als besonderes Geschenk für Menschen, denen man gerne ein farbenfrohes Jahr wünscht.
Der Herbst darf kommen.
Wir haben schon Farbe für ihn! 😄
Ich wünsche Euch einen tollen Wochenstart!
Euer Morpheo
🍂 Chromatius und der Herbst – wenn die Blätter loslassen und die Weisswürste winken
Pssst! Ich bin’s – Chromatius, der kleine Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo. Und ich muss Euch etwas verraten: Der Herbst ist da!
Na endlich! Die Blätter werden bunt, die Nächte länger und überall raschelt und knistert es. Die Pflanzen ziehen sich langsam zurück, als hätten sie beschlossen: „So, Leute, für dieses Jahr ist Feierabend. Wir sehen uns im Frühling!“
Ich finde das ja höchst vernünftig. Menschen sollten sich davon ruhig eine Scheibe abschneiden. Einfach einmal die Blätter fallen lassen, sich zurückziehen und sagen: „Heute nicht. Ich mache Winterschlaf.“
Leider funktioniert das bei uns Pinselgeistern nicht. Ich muss schliesslich aufpassen, dass Morpheo keinen Unsinn macht. Oder besser gesagt: dass ich keinen Unsinn mache, während Morpheo zuschaut.
Doch so traurig das Ende des Sommers manchmal aussieht, der Herbst hat eine wunderbare Seite: Erntezeit! Kürbisse, Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Mais, Nüsse und allerlei andere Köstlichkeiten wie zum Beispiel meine heissgeliebten Marroni landen jetzt auf Tischen und in Körben. Die Natur scheint uns noch einmal kräftig zuzuzwinkern:
„Hier, nehmt! Ich habe reichlich produziert.“
Und ich nehme natürlich besonders gern. 🍎🎃
Apropos Essen: Morpheo plant ein kleines Rorschacher Oktoberfest für seine Kundschaft – mit feinen Weisswürsten und natürlich alkoholfreiem Bier. Ich habe bereits beschlossen, gelegentlich eine Weisswurstkontrolle durchzuführen.
Nur zur Qualitätssicherung!
Man kann ja schliesslich nicht zulassen, dass eine Weisswurst völlig unbeaufsichtigt herumliegt. Das wäre grob fahrlässig. Ich werde mich deshalb vermutlich heimlich anschleichen, eine kleine Portion stibitzen und anschliessend so tun, als hätte ich nichts gesehen.
Morpheo wird natürlich sofort wissen, wer es war.
Aber das ist mir egal.
Denn bald kommt Halloween! 🎃👻
Das ist mein grosser Abend! Endlich darf ich mich so verrückt gebärden, wie ich will. Ich werde herumspuken, Grimassen schneiden, mich verstecken, Leute erschrecken und wahrscheinlich auch den einen oder anderen Pinsel an einen völlig falschen Platz legen.
Halloween ist schliesslich nur einmal im Jahr. Da muss man seine Pflichten als Farbgeist ernst nehmen!
Allerdings gibt es da noch eine Sache, die mich langsam wahnsinnig macht: Chromatia!
Meine liebe Cousine soll mir bei den Vorbereitungen für den lichtergeschmückten Rorschacher Bummelsonntag am 6. Dezember 2026 helfen.
Aber wann meldet sie sich endlich?
Ich warte.
Ich warte noch immer.
Ich habe sogar schon zweimal gewartet, während ich gewartet habe.
Chromatia! Hallo?!
Wie lange braucht ein Farbgeist eigentlich, um eine Nachricht zu schicken?
Also wirklich. Der Herbst ist schon da, Halloween steht vor der Tür, die Weisswürste sind in Gefahr – und meine Cousine lässt mich zappeln!
Na gut. Ich warte noch ein bisschen. - Aber nur bis zur nächsten Weisswurst.
Danach schreibe ich ihr selbst und schicke ihr eine Kürbiskutsche mit meiner Botschaft:

Euer leicht ungeduldiger, ziemlich hungriger und ausgesprochen halloweenfreudiger 🎨 Chromatius

🎨 Chromatius will es endlich wissen
Also wirklich! Seit Jahren sitzt Morpheo auf seinem Wissen herum wie ein Drache auf seinem Goldschatz. Und ich, Chromatius, der Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo, soll natürlich wieder einmal nichts erfahren haben!
Dabei weiss ich genau, dass Morpheo diese geheimnisvolle Nachtvision vom 30. Oktober 2010 hatte. Ich habe ihn schon hundertmal gefragt. Na gut – vielleicht waren es nur fünfzigmal. Aber ich bin hartnäckig!
„Morpheo, bitte! Erzähl endlich! Was hast du damals gesehen?“
Und siehe da: Endlich hat er sich erbarmt.
Also setzt Euch hin, schnappt Euch einen Alchemistentee – und hört gut zu. Denn diese Geschichte ist alles andere als gewöhnlich …
🔮 Morpheos Nachtvision – Teil 1
Die Nacht, in der mir die Erde ihr Geheimnis zeigte
Manche Träume vergisst man bereits beim Frühstück.
Andere lassen einen jahrelang nicht mehr los.
Und dann gibt es jene Nächte, in denen man das Gefühl hat, gar nicht geträumt zu haben. Man hat etwas gesehen. Etwas, das sich tief im Inneren festsetzt und irgendwann wieder an die Oberfläche steigt.
Eine solche Nacht hatte ich am 30. Oktober 2010.
Damals wusste ich noch nicht, dass diese Nachtvision mich über viele Jahre begleiten würde. Ich wusste nur eines: Was ich sah, fühlte sich anders an als ein gewöhnlicher Traum.
Es begann mit der Erde.
Ich sah riesige Landstriche, die einst fruchtbar gewesen waren. Felder, Wiesen und Landschaften, auf denen Leben möglich war. Doch diese Gebiete waren plötzlich verdorrt. Die Erde wirkte erschöpft, fast so, als hätte jemand ihr die Lebenskraft entzogen.
Zuerst dachte ich an das, was wir Menschen kennen.
Vulkanausbrüche.
Tsunamis.
Erdbeben.
Dürre.
Naturkatastrophen.
Doch nichts davon erklärte, was ich sah.
Es war keine Katastrophe im üblichen Sinn.
Und genau das machte die Vision so beunruhigend.
Die Ursache war da – aber sie blieb im Nebel.
Ich konnte sie nicht erkennen.
Es war, als würde mir jemand sagen: „Du sollst es jetzt noch nicht wissen.“
Das klingt vielleicht merkwürdig. Aber in dieser Vision hatte ich immer wieder dieses Gefühl: Manche Dinge werden dem Menschen nicht deshalb verborgen, weil er sie niemals erfahren soll. Sie werden ihm verborgen, weil er sie noch nicht verkraften könnte.
Wir Menschen möchten bekanntlich alles sofort wissen.
Warum?
Wann?
Wie?
Wer ist schuld?
Und möglichst auch noch: Was kann ich dagegen tun?
Ich kenne das nur zu gut.
Doch diese Vision funktionierte anders.
Ich bekam Bilder, Gefühle und Zusammenhänge – aber keine Gebrauchsanleitung.
Und während ich die verdorrenden Landschaften betrachtete, hatte ich plötzlich eine eigenartige Gewissheit:
Das hier war erst der Anfang.
Die Veränderungen, die ich sah, waren nicht nur Veränderungen der Natur.
Sie würden unser gesamtes menschliches Leben betreffen.
Unsere Vorstellung von Besitz.
Unsere Vorstellung von Arbeit.
Unsere Vorstellung von Familie.
Unsere Vorstellung von Wissen.
Unsere Vorstellung davon, was überhaupt möglich ist.
Damals, im Jahr 2010, lebten wir noch in einer Welt, in der viele Dinge selbstverständlich erschienen.
Strom kam aus der Steckdose.
Informationen kamen aus dem Internet.
Geld bedeutete Sicherheit.
Ein Handy war für viele bereits unverzichtbar.
Computer wurden immer wichtiger.
Und künstliche Intelligenz?
Darüber sprach man zwar bereits, aber für viele Menschen klang das noch nach Zukunftsmusik.
Ich konnte damals unmöglich wissen, wie rasant sich diese Dinge entwickeln würden.
Und doch sah ich in jener Nacht eine Welt, in der genau diese Sicherheiten verschwinden.
Nicht langsam.
Nicht über Jahrzehnte.
Sondern beinahe über Nacht.
Ich sah Menschen, die plötzlich feststellen mussten, dass Dinge, denen sie einen enormen Wert gegeben hatten, keinen Wert mehr besassen.
Geld.
Gold.
Edelmetalle.
Mineralien.
Besitz.
Technik.
Alles, was uns Sicherheit versprach.
Und dann geschah etwas, das mir beinahe noch erstaunlicher erschien:
Die Technik selbst verschwand.
Stromversorgung.
Handys.
Internet.
Künstliche Intelligenz.
Einfach weg.
Vielleicht war es gerade dieser Gedanke, der mich damals am meisten beschäftigte.
Denn was bleibt vom Menschen übrig, wenn alles verschwindet, womit er sich umgibt?
Wer sind wir, wenn das Bankkonto nichts mehr bedeutet?
Wenn das Handy schweigt?
Wenn Google keine Antwort mehr liefert?
Wenn kein Bildschirm uns sagt, wohin wir gehen sollen?
Vielleicht – dachte ich damals – beginnt genau dort etwas Neues.
Vielleicht muss eine alte Welt zuerst ihre Bedeutung verlieren, bevor eine neue entstehen kann.
Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wohin mich meine Vision führen würde.
Aber ich ahnte: Das Ende, das ich gesehen hatte, war möglicherweise gar kein Ende.
Vielleicht war es eine Geburt.
Eine sehr schmerzhafte, chaotische und für uns Menschen schwer verständliche Geburt.
Und vielleicht würde aus dieser alten Welt etwas entstehen, das wir uns heute kaum vorstellen können.
Was danach kam, war allerdings noch viel erschütternder.
Denn in meiner Vision verschwanden nicht nur Dinge.
Es verschwanden Menschen.
Und plötzlich verstand ich, dass der Wandel der Erde nicht allein eine Geschichte über Technik, Geld oder Natur sein würde.
Es war eine Geschichte über die Menschheit selbst.
Davon erzähle ich im nächsten Teil.
Denn was ich in dieser Nacht über die Kinder sah, hat mich bis heute nicht losgelassen.
Wenn Papierpläne auf die Wirklichkeit treffen – und daraus etwas Wunderschönes entsteht
Was für eine Woche im Kunstatelier Morpheo!
Der Wochenbeginn zeigte sich zunächst eher gemütlich: Hier ein lieber Besuch, dort ein gutes Kaffeegespräch und zwischendurch immer wieder Menschen, die neugierig durch die Türe schauten. Ruhig, beschaulich – beinahe so, als hätte der Herbst dem Atelier schon einmal leise „Guten Tag“ gesagt.
Doch dann kam der Donnerstag.
Plötzlich wurde aus beschaulicher Atelierstimmung ein kleines kreatives Abenteuer. Die Künstlerin Ina Anselment vom Rorschacherberg war mit einer wunderschönen Planung angereist. Auf dem Papier war alles wunderbar durchdacht. Nur hatte die Realität offenbar beschlossen, ihre eigene Meinung kundzutun.
Denn was theoretisch perfekt aussah, wollte sich an den Wänden des Ateliers nicht ganz so präsentieren wie vorgesehen.
Also wurde gehängt, betrachtet, verschoben, wieder abgehängt, erneut gehängt und von allen Seiten begutachtet. Kurz gesagt: Es herrschte jene wunderbare Mischung aus Kreativität und kontrolliertem Chaos, die wohl jedes Atelier gelegentlich braucht.
Doch schliesslich war es geschafft!
Die teilweise riesigen Wandbehänge aus tunesischer Häkelei fanden genau jene Plätze, an denen sie ihre farbenprächtige Wirkung am schönsten entfalten können. Heute verbreiten sie im ganzen Kunstatelier Morpheo einen geradezu magischen Zauber. Und einmal mehr zeigt sich: Manchmal muss ein guter Plan einfach ein wenig mit der Wirklichkeit diskutieren, bevor etwas wirklich Harmonisches entsteht.
Am Freitagabend folgte dann die Vernissage – und die war erfreulich gut besucht! Zahlreiche Gäste vorwiegend aus dem Bekanntenkreis von Ina Anselment kamen, bestaunten ihre wunderschönen Kunstwerke, plauderten angeregt und liessen sich Perlwein und feine Häppchen schmecken.
Wer die Ausstellung noch nicht gesehen hat, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen: Bis Samstag, 25. September 2026, können die farbenprächtigen Kunstwerke während der Öffnungszeiten des Kunstateliers besichtigt werden.
Und danach?
Dann wird es bei Morpheo keineswegs langweilig. Eine eigene kleine Präsentation seiner laufend entstehenden Herbstimpressionen wartet darauf, Gestalt anzunehmen. Farben, Formen, Blätter, Stimmungen und vielleicht die eine oder andere Überraschung werden Einzug halten.
Auch die Vorbereitungen für den Rorschacher Bummelsunntig am 6. Dezember 2026 werden mit grosser Leidenschaft und noch mehr Phantasie fortgesetzt. Morpheo hat dabei schon eine wichtige kulinarische Erkenntnis gewonnen: Auch alkoholfreier Glühwein kann hervorragend schmecken – eine kleine Hommage an die uneingeschränkte Fahrtüchtigkeit unserer Ateliergäste. 😉

Und eines bleibt sowieso bestehen:
Morpheo hat immer ein offenes Ohr für Menschen, die bei einem Tässchen Kaffee – oder inzwischen auch einem erfrischenden Eiskaffee – ihre Kümmernisse, Erlebnisse, Gedanken und Erfahrungen loswerden möchten.
Denn das Kunstatelier Morpheo ist nicht nur ein Ort für Kunst.
Es ist ein Ort zum Schauen, Staunen, Plaudern, Lachen, Verweilen und einfach ein bisschen Menschsein.
Vielleicht schaust Du ja schon diese Woche vorbei. Morpheo freut sich auf Dich!

🔮 Chromatius schaut den Menschen ins Herz
Wie ihr wisst, bin ich Chromatius, der Pinselgeist des Kunstateliers Morpheo, und ich habe einige besondere Gaben.
Eine davon besteht darin, dass ich in die Herzen der Menschen schauen kann.
Dazu ziehe ich mich gerne ganz oben auf mein Regal zurück. Morpheo nennt diesen Ort zwar hartnäckig meine „Schmollecke“ oder behauptet sogar, ich würde mich dort verstecken. Das ist natürlich eine völlig falsche Interpretation. Ich befinde mich dort oben auf meinem Beobachtungsposten – schliesslich muss jemand ein Auge auf die Welt haben!
Von meinem erhöhten Sitzplatz aus kann ich die Menschen auf der anderen Strassenseite wunderbar beobachten. Sie gehen vorbei, manche hastig, manche langsam, manche mit einem Lächeln, andere mit finsterer Miene.
Und genau da wird es für mich interessant.
Denn die Menschen, die ich beobachte, wissen nicht, dass ich nicht nur ihre Gesichter sehe.
Ich sehe ihre Herzen.
Viele tragen draussen eine Fassade. Manche wirken fröhlich und unbeschwert, andere selbstsicher, kontrolliert oder sogar unnahbar. Doch hinter dieser Fassade sieht es oftmals ganz anders aus.
Da ist beispielsweise die Frau, die einen Grossteil ihres Lebens bereits gelebt hat mit dem vorsichtigen, etwas wackligen Gang. Sie lächelt freundlich, wenn sie jemandem begegnet, doch eigentlich geht sie nur noch selten nach draussen. Sie schämt sich dafür, dass sie nicht mehr so sicher und schnell gehen kann wie früher.
Noch viel schwerer wiegt jedoch das, was sie in ihrem Herzen trägt.
Ihre Familie, insbesondere ihre Kinder und auch ihre Eltern, wollen nichts mehr von ihr wissen. Warum, weiss sie selbst nicht. Und genau das quält sie besonders.
Immer wieder fragt sie sich:
„Was habe ich bloss falsch gemacht?“
Sie sucht die Schuld bei sich, grübelt und versucht verzweifelt, einen Grund für diese Ausgrenzung zu finden.
Ihre Seele schreit nach einer Antwort.
Doch niemand hört diesen Schrei.
Ich würde ihr so gerne sagen: Du bist nicht weniger wert, nur weil andere Menschen sich von dir abgewandt haben – du bist einfach gut so, wie du bist.
Dann kommt der ältere Herr, dessen Gesichtsausdruck aussieht, als hätte ihm die Welt persönlich den letzten Kaffee weggetrunken.
Alles ist schlecht. Die Menschen sind schlecht. Das Wetter ist schlecht. Und wenn irgendwo ein Blatt vom Baum fällt, ist vermutlich auch daran jemand schuld.
Doch ich sehe in sein Herz.
Dort finde ich keinen bösen Menschen, sondern einen verletzten.
Viele Enttäuschungen und seelische Schmerzen haben sich dort angesammelt. Irgendwann ist ihm das Lachen vergangen und aus der Lebensfreude wurde Misstrauen.
Seine schlechte Laune ist zu einer Rüstung geworden.
Nur leider schützt eine Rüstung nicht nur vor Verletzungen – sie hält auch Nähe fern.
Und dann kommt das junge Mädchen aus dem Nagelstudio gegenüber. Perfekt gestylt, perfekt geschminkt, perfekte Nägel und natürlich das Handy fest in der Hand.
Sofort wird kontrolliert, was die Welt inzwischen wieder zu erzählen hat und was man zu verpassen droht.
Doch in ihrem Herzen entdecke ich eine ganz andere Frage:
„Bin ich gut genug? Genüge ich? Werden mich die anderen akzeptieren?“
Das macht mich nachdenklich.
Denn dieses Mädchen besitzt etwas, das kein Trend und kein Influencer herstellen kann: seine eigene Persönlichkeit.
Wie schade, wenn man diese wunderbare Individualität unter einer Schicht aus Schönheitsidealen, Trends und der ständigen Angst vor Ablehnung versteckt.
Dann wäre da noch der junge Mann mit der dicken Goldkette und dem aufgemotzten Auto, der schon zum dritten Mal an diesem Nachmittag demonstriert, wie viel Motorenlärm ein Mensch offenbar für sein Selbstbewusstsein braucht.
Er möchte auffallen. Ein „Siebesiech“ sein. Bewundert werden.
Doch auch bei ihm entdecke ich hinter der lauten Fassade eine tiefe Unsicherheit.
Dabei könnte er der Welt etwas viel Wertvolleres schenken als Abgas und Lärm: seine eigenen Fähigkeiten, seine Herzlichkeit und das, was wirklich in ihm steckt.
Auch die junge Mutter, die ihren trotzig schreienden Sohn über das Trottoir zieht, sieht auf den ersten Blick einfach nur genervt aus.
Aber ich sehe Angst.
Überforderung.
Erschöpfung.
Und eine Frau, die vermutlich dringend einmal jemanden bräuchte, der ihr sagt:
„Du musst nicht immer funktionieren – du kannst nur geben, solange du einen Ausgleich für dich selber findest.“
Und schliesslich sehe ich den gehetzten Banker im Massanzug. Nach aussen wirkt er weltmännisch, souverän und beinahe unnahbar.
Doch in seinem Herzen entdecke ich Schüchternheit und Unsicherheit, welche ihn gegen aussen arrogant wirken lässt.
Wie viele Menschen wohl durchs Leben gehen und dabei eine Rolle spielen, weil sie glauben, ihr wahres Ich würde nicht genügen?
Ich, Chromatius, kann leider niemanden heilen.
Aber wenn mich nur jemand hören könnte, würde ich ihnen allen zurufen:
Stell dich deiner Einsamkeit. Entdecke das Einzigartige in dir. Steh zu deinen Gaben. Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.
Und wenn du merkst, dass du dabei Unterstützung brauchst, dann hole sie dir.
Bei einer Fachperson.
Bei einem Menschen, dem du vertraust.
Oder vielleicht einfach einmal bei einer Tasse Kaffee im Künstlerkafi von Morpheo, wo ein gutes Gespräch manchmal mehr bewirken kann, als man zunächst denkt.
Was Morpheo anvertraut wird, behandelt er vertraulich und mit Respekt.
Ich jedenfalls sitze weiterhin hier oben auf meinem Regal und beobachte.
Morpheo nennt das meine Schmollecke.
Ich nenne es Herzforschung.
Und vielleicht sehe ich eines Tages jemanden an unserem Atelier vorbeigehen, der nach aussen lächelt, obwohl sein Herz eigentlich traurig ist.
Vielleicht bleibt dieser Mensch dann stehen, öffnet die Tür und setzt sich zu Morpheo auf einen Kaffee.
Denn manchmal braucht es keine grossen Wunder.
Manchmal genügt ein Mensch, der zuhört.
Und vielleicht – nur vielleicht – ein kleiner Pinselgeist, der von seinem Regal aus heimlich die Daumen drückt.
